Sex-Bilder: Dom-Musiker muss gehen

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Der Musik-Chef der Frauenkirche hatte Sex-Bilder auf dem Computer.

Die katholische Kirche hat einen Porno-Skandal. Im Zentrum steht einer der höchsten und renommiertesten weltlichen Mitarbeiter.

Das Erzbistum München und Freising hat seinen obersten Kirchenmusiker rausgeworfen – Domkapellmeister Karl-Ludwig N. (56). Auf seinem Dienst-Computer wurden massenhaft Sex-Bilder gefunden.

Im August gab der Domkapellmeister seinen Rechner einem Mitarbeiter – weil er zu langsam lief. Der Mitarbeiter entdeckte die Porno-Dateien und meldete den Vorfall Domdekan Lorenz Wolf, dem obersten Kirchenrechtler im Erzbistum. Der wiederum schaltete die Staatsanwaltschaft ein, um den Verdacht auf Kinderpornografie prüfen zu lassen – nur zur Sicherheit. Das sehen die Richtlinien des Erzbistums so vor. Die Ermittler stellten das Verfahren aber im November ein, betonte Staatsanwalt Anton Winkler gegenüber der tz. Der Verdacht war unbegründet – es handelte sich bei den Bildchen ausschließlich um nicht strafbare Pornografie.

Trotzdem musste der Domkapellmeister gehen. Er war kirchenintern vernommen worden und stritt die Verfehlungen nicht ab. Daraufhin wollte das Domkapitel – ein Gremium der zwölf höchsten Geistlichen im Erzbistum nach Erzbischof Reinhard Marx – den Musiker entlassen. Der Kirchenmusiker bat dann selbst um eine Vertragsauflösung. Domdekan Wolf sagt: „Eine gedeihliche Zusammenarbeit wäre unter den gegebenen Umständen nicht mehr möglich gewesen, auch wenn von Seiten der Staatsanwaltschaft keine strafbare Handlung festgestellt wurde.“

Die Kirche handelt streng und hart. Sie will schlimme Gerüchte vermeiden. Immerhin leitet der Domkapellmeister als Chef der ganzen Dommusik nicht nur den Chor, sondern auch die Domsingschule. Die rund 300 Mädchen und Buben lernen ab einem Alter von sechs Jahren dort nicht nur das Singen. Die Kinder kommen an ein bis zwei Tagen die Woche auch schon nach der Schule zum Mittagssen, machen Hausaufgaben und spielen. In den Gottesdiensten singen sie als Domsingknaben, Mädchenkantorei und Junge Domkantorei.

Karl-Ludwig N. ist verheiratet und arbeitet seit 1990 als Domkapellmeister. Er schrieb ein Stück für Papst Benedikt XVI., das Geläut der Frauenkirche aus zehn Glocken wurde auf seine Initiative komplettiert. Der bekannte Kirchenmusiker ist seit Ende November krank gemeldet. Er hat seitdem keine Auftritte mehr gegeben.

Quelle: tz

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