Vor Bundesgerichtshof

Sex gegen Pillen: Freispruch für den Doktor

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Vom BGH rehabilitiert: Dr. Thomas S.

München - Der Psychiater Thomas S. hat einer Patientin und ehemaligen Staatsanwältin ein schmutziges Tauschgeschäft angeboten: Sex gegen Rezepte. Trotzdem wurde er freigesprochen.

Riesenerfolg für Gutachter Dr. Thomas S. (61)! Der Bundesgerichtshof hat den Psychiater in der Revision freigesprochen. Damit ist S. nun offiziell von allen Vorwürfen entlastet. Seit November 2014 hatte er erstmals vor Gericht gestanden, weil er einer ehemaligen Staatsanwältin angeblich Rezepte für Psycho-Pillen ausgestellt und als Gegenleistung Sex verlangt hatte. 

Das Landgericht verurteilte den Gerichtsgutachter daraufhin am 16. Juli 2015 zu zehn Monaten Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Laut Richter Martin Rieder hatte S. seinen Arztposten bewusst ausgenutzt. Tatsächlich handelte es sich aber eben nicht um einen Missbrauch, wie Strafverteidiger Alexander Betz von der Kanzlei Lucas-Stevens belegen konnte. 

Zwar ist es unstrittig, dass S. mit seiner Patientin Sex hatte. Tatsächlich hatte diese den Psychiater aber als Rezeptgeber missbraucht – und nicht er ihre Abhängigkeit zu Psychopharmaka ausgenutzt und damit das Behandlungsverhältnis beschädigt. 

Dieser Argumentation ist der BGH fast wörtlich gefolgt – und sprach S. frei. Juristisch ein riesiger Erfolg! Denn ein Freispruch kommt statistisch nur in drei von 1000 Fällen vor. Die allermeisten Revisionen weist der BGH ab.

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