Messe München

Sex-Mobbing: Keiner schaute mehr hin

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Schon 2005 gab es einen Mobbing-Fall an der Messe. Der Vorgesetzte entschuldigte sich – die Sache schien erledigt

München - Die Mitarbeiter der Messe München kennen derzeit nur ein Thema: Wie konnte es zum Sex-Mobbing kommen? Zumal jetzt klar wird, dass der Skandal eine Vorgeschichte hat.

Bereits vor acht Jahren gab es einen ähnlichen Vorfall – durch den gleichen Vorgesetzten, mit einer anderen Mitarbeiterin. Das bestätigte ein Sprecher der Messe der tz. Das Opfer ging in eine andere Abteilung, der leitende Angestellte blieb im Amt. Und dann schaute offenbar keiner mehr hin.

Im Jahr 2005 habe sich eine Mitarbeiterin an den Betriebsrat gewandt und ähnliche Vorwürfe erhoben, die aber im Ausmaß wohl weniger drastisch gewesen seien als die aktuellen. Daraufhin habe der damalige Boss Manfred Wutzlhofer den Beschuldigten zur Rede gestellt. Wutzlhofer habe seinen späteren Nachfolger und damaligen Personal-Geschäftsführer Klaus Dittrich beauftragt, die Sache zu klären. Die Gesellschafter Freistaat, Stadt und Kammern seien nicht informiert worden.

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Bei einem Gespräch zwischen Opfer, Beschuldigtem, Dittrich und dem damaligen Chef des Betriebsrats habe sich der Vorgesetzte „in aller Form entschuldigt“, teilte der Messe-Sprecher mit. Das Opfer habe dies angenommen. Die Mitarbeiterin sei versetzt worden, der Vorgesetzte nicht. Besondere Vorkehrungen seien nicht getroffen worden, nachdem die Vorwürfe geklärt schienen und über Jahre keine weiteren bekannt wurden. Bis im Sommer 2012 die nächste Mitarbeiterin schwerste Sex-Vorwürfe erhob. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) verteidigte, dass es keine fristlose Kündigung gab: „Alle Gesellschafter waren sich einig. Aber die Beweislage war weit unsicherer, als die Berichterstattung jetzt vermuten lässt.“

DAC

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