OB Ude berichtet Stadtrat vom Skandal

Sex-Mobbing bei Messe: Noch ein Opfer

München - Der Skandal um Sex-Mobbing in der Messe-Gesellschaft zieht weitere Kreise. Jetzt kam heraus: Es gibt noch ein Opfer.

Die Grünen forderten OB Christian Ude (SPD) per Dringlichkeitsantrag auf, dem Stadtrat über die Vorwürfe gegen den leitenden Mitarbeiter zu berichten. Dabei kam heraus: Es gibt noch ein Opfer!

Ude sprach in seiner Schilderung von einem „älteren Vorfall“ aus dem Jahr 2005 – mit dem gleichen Vorgesetzten, aber einer anderen Mitarbeiterin. Gegenüber der tz stellte der OB „fortgesetzte Verfehlungen“ des Mannes fest. Die Vorwürfe seien offenbar nicht so gravierend wie im aktuellen Fall. „Sie zeigen aber eine Tradition der Übergriffigkeit“, sagte Ude über den Mann. Nach tz-Informationen war damals im Jahr 2005 auch der Betriebsrat mit dem Fall befasst gewesen. Wa­rum musste dann noch eine Frau so schlimm unter diesem Vorgesetzten leiden?

Der OB sagte, ihm seien alle Vorwürfe im August 2012 bekannt geworden: „Der unerfreulichste Vorgang, den ich bei der Messe erlebt habe.“ Er sei als Vertreter des Gesellschafters Stadt zusammen mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) für den Freistaat alarmiert worden. Daraufhin habe eine Kommission mit Experten aus Wirtschaftsministerium und Personalreferat der Stadt die Ermittlungen aufgenommen und Entgleisungen festgestellt, „die erschüttern und ratlos machen“. Die bekannten Aussagen über „Viagra-Ständer“ und Zeugungsabsichten deuteten das Ausmaß nur an.

Bei einer Gesellschafter-Sitzung im September im Rathaus hätten Juristen ausdrücklich die Glaubwürdigkeit der Frau bestätigt. Ude sagte, die Stadt habe für eine fristlose Kündigung keine Mehrheit bekommen. Einig waren sich die Gesellschafter, dass der Vertrag mit der Führungskraft nach dem Ende 2014 nicht verlängert werde. Er sitzt noch auf seinem Sessel. Das Opfer sah sich gezwungen, das Unternehmen zu verlassen.

David Costanzo

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