Lehrer (57) soll Schüler missbraucht haben

Sex-Täter lockte Buben in seine Dorfidylle

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Von dem an einer Lech-Schleife gelegenen Dorf pendelte der Lehrer zur Rudolf-Steiner-Schule nach Schwabing. In seiner Wohnung soll es zu den Sex-Taten gekommen sein.

München - In seinem Heimatdorf lebte der mutmaßliche Sex-Täter von Schwabing völlig zurückgezogen. Dort soll der 57-jährige Waldorf-Pädagoge Gerd S. zwei Buben im Alter von zehn und elf Jahren brutal missbraucht haben.

Man habe ihn nur selten gesehen, so ein Nachbar zur tz: „Er lebte in seiner eigenen Welt. Er saß den ganzen Tag in seiner Wohnung und korrigierte Mathe-Arbeiten. Im Garten hat der sich nie blicken lassen und ließ alles seine Frau erledigen.“

Mit seinem blauen VW Fox pendelte Gerd S. (57) an jedem Schultag vom seinem idyllischen Dorf im Kreis Landsberg zur Rudolf-Steiner-Schule an der Leopoldstraße. Die Eltern seiner Schüler vertrauten ihm – sogar so sehr, dass die Kinder private Kontakte zu dem Lehrer pflegen durften. Er lockte sie immer wieder mit in seine Wohnung.

Eine Woche vor Beginn der Sommerferien hatten sich die Eltern der betroffenen Buben an die Schulleitung gewandt. „Die Schule hat sofort Strafanzeige erstattet“, so Schulsprecher Ingo Christians zur tz. „Dem Lehrer wurde am selben Tag Hausverbot erteilt.“ Eine Woche später sei dann die fristlose Kündigung erfolgt.

Täter drohen bis zu zehn Jahren Haft

Die Ermittlungen bestätigten offenbar den schrecklichen Verdacht der Eltern. Anfang Oktober wurde Haftbefehl gegen Gerd S. erlassen. „Wir ermitteln wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern“, so Matthias Nickolai von der Staatsanwaltschaft Augsburg. Sollte sich der Tatverdacht vor Gericht als richtig erweisen, drohen Gerd S. bis zu zehn Jahre Haft!

Christians: „Unter Lehrern, Eltern und Schülern herrscht große Betroffenheit.“ Die Schule habe sich noch vor den Ferien an den Kids-Kinderschutz gewandt. Psychologinnen kümmerten sich um die betroffenen Kinder und deren Klassenkameraden. Christians: „Die Kinder sind erleichtert, dass ihnen geglaubt wird.“

Gerd S. – selbst Vater von drei erwachsenen Kindern – schweigt bisher zu den Vorwürfen.

Arb/Ebu

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