Sex-Schurke narrt Justiz seit fast 40 Jahren

München - Fast 40 Jahre hat es ein Sex-Verbrecher geschafft, der Münchner Justiz zu entkommen. Am 13. März 2011 kann er wieder auftauchen, dann ist die Tat nämlich verjährt.

Obwohl sich Arif K. (75) zumindest zeitweise in München aufhält, ist er jetzt wieder entwischt. Eine Ladung zum Prozess, der kürzlich anberaumt worden war, hatte er erhalten. Doch jetzt ist er wieder abgetaucht. Am 13. März 2011 kann er wieder auftauchen, dann ist die Tat nämlich verjährt.

Der aus dem damaligen Jugoslawien stammende Arif K. und sein längst verurteilter Mittäter Zivomir D. waren am frühen Morgen des 13. März 1971 durch ein offenstehendes Fenster in der Nietzschestraße eingestiegen. Gemeinsam fielen sie über die dort schlafende Frieda G. her, zerrten die arme Frau aus dem Bett. Während Arif K. das Opfer festhielt, vergewaltigte sein Kumpan die damals 44-jährige Frau. Dabei sollen die beiden Komplizen besonders brutal vorgangen sein.

Nach Arif K. hielt Zivomir D. die Frau fest, während der Komplize versuchte, das Opfer zu missbrauchen. Zur Tat kam es nicht mehr, weil inzwischen Nachbarn der um Hilfe schreienden Frau an der Tür klopften. Arif K. konnte damals entkommen.

Die Jahre vergingen, das Opfer ist inzwischen gestorben. Aber die Justiz vergisst nichts – auch keine von Hand getippte Anklageschrift, die noch auf „Notzucht“ (heute Vergewaltigung) lautet. Als Arif K. in München auftauchte, erhielt er prompt eine Ladung zum Prozess zugestellt. Er bestätigte brav den Empfang, dann tauchte er unter. Sein Verteidiger Gerhard Bink (Jahrgang 1949), Richterin und Staatsanwalt (1971 noch gar nicht geboren) warteten vergeblich ...

ebu

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