Anklage gegen Gerichts-Psychiater

Sex-Skandal in Münchner Justizkreisen?

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Staatsanwältin und Gutachter waren beide im Strafjustizzentrum tätig.

München - Es sind die psychiatrischen Sachverständigen, die bei Gericht mitentscheiden, wie es mit einem Täter weitergeht. Jetzt ist ausgerechnet einer dieser Gutachter selbst ins Visier der Justiz geraten.

Es sind die psychiatrischen Sachverständigen, die bei Gericht mitentscheiden, wie es mit einem Täter weitergeht. Ist er psychisch krank? Wie gefährlich ist er? Manchmal werden sie sogar „die heimlichen Richter“ genannt.

Jetzt ist ausgerechnet einer dieser Gutachter selbst ins Visier der Justiz geraten. Nach Informationen des Münchner Merkur hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen bekannten Münchner Gerichtspsychiater erhoben. Er soll einer früheren Staatsanwältin Psychopharmaka gegen sexuelle Dienstleistungen verschafft haben!

Die Anklage soll auf „sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses“ lauten. Am Donnerstag gab es am Landgericht München II eine nichtöffentliche Anhörung der Geschädigten.

Die Frau soll früher bei der Staatsanwaltschaft München I beschäftigt gewesen sein, zwischenzeitlich war sie auch Richterin. Laut Angaben aus Justizkreisen soll sie medikamentenabhängig gewesen sein, habe Zusammenbrüche erlitten und sei mehrfach in Therapie gewesen. Der Gerichtspsychiater habe ihr Psychopharmaka gegeben, Rezepte ausgestellt und ihr ermöglicht, einen eigenen Rezeptblock drucken zu lassen. Der Druckerei sei das nicht aufgefallen, weil beide zufälligerweise denselben Nachnamen tragen. Für die Beschaffung der Medikamente habe der Gutachter Sex von der Staatsanwältin gefordert – und diesen angeblich auch bekommen.

Die Sache soll aufgeflogen sein, als ein Vorgesetzter ein von der Frau selbst gefälschtes Rezept auf ihrem Schreibtisch fand. Daraufhin wurde sie versetzt und suspendiert.

Der Gerichtsgutachter, der Neurologe und forensischer Psychiater ist, war bereits vor Jahren in die Schlagzeilen geraten. Als Anstaltspsychiater in der JVA Straubing hatte er sich angeblich abfällig über eine Delegation von Europapolitikern geäußert. Daraufhin wurde er nach Stadelheim versetzt, zuletzt war er als freiberuflicher Gerichtsgutachter tätig.

Nina Gut

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