Sex-Sklave Dieter: Konnte er wirklich acht Mal?

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Sex-Sklave Dieter musste eine Nymphomanin acht Mal befriedigen

München - Sex-Sklave Dieter musste eine Nymphomanin acht Mal befriedigen. Geht das überhaupt? Sexualmediziner Dr. Axel-Jürg Potempa erklärt in der tz, wie oft Mann wirklich kann.

Sexualmediziner Dr. Axel-Jürg Potempa klärt auf

In den Fängen einer Nymphomanin – München diskutiert über den erzwungenen Sex-Marathon von Dieter S. (tz berichtete exklusiv). Der 43-jährige DJ hat eine sexsüchtige Frau angezeigt, nach eigener Darstellung war er ihr mehrere Stunden lang hilflos ausgeliefert. Immer wieder habe er die Liebesgelüste der Dame befriedigen müssen, sich am Ende nur durch die Flucht auf den Balkon und mit Hilfe der Polizei befreien können. Wie steht ein Mann einen solchen Kraftakt durch? Die tz fragte den Münchner Mediziner Dr. Axel-Jürg Potempa. Das Interview mit dem renommierten Facharzt für Urologie und Sexualmedizin.

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Dieter S. behauptet, er musste binnen fünf Stunden acht Mal ran – davon fünf Mal gegen seinen Willen. Ist das realistisch?

Dr. Axel-Jürg Potempa: Es kommt darauf an, was der Mann unter Sex versteht. Wenn er lediglich den Akt des Eindringens in die Vagina ohne Samenerguss meint, dann ist das durchaus möglich. Ich habe allerdings in meiner gesamten ärztlichen Laufbahn noch nie gehört, dass jemand in einer so kurzen Zeitspanne acht Mal ejakuliert hat. Diese Behauptung halte ich für sehr gewagt. Das Überschreiten der Reizschwelle im Ejakulationszentrum des Rückenmarks wird nämlich von Mal zu Mal immer schwieriger.

Nehmen wir mal an, Dieter S. meinte die erste Variante: Ist er durch diesen außergewöhnlich langen Sex-Marathon in gesundheitliche Gefahr geraten?

Potempa: Nein, dabei kann eigentlich nichts passieren – jedenfalls solange die Haut unverletzt bleibt. Ich gehe davon aus, dass Dieter S. keine Dauererektion (Priapismus) hatte, die auch durch eine überhöhte Medikamentendosierung (PDE5-Hemmer/Viagra) oder Drogen hervorgerufen werden kann. Bei einer Errektion, die länger als zwei Stunden dauert, kann es zu einer Thrombose und Vernarbung im Schwellkörper mit anschließender Impotenz kommen.

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Wie oft kann Mann denn wirklich – mit Samenerguss?

Potempa: Bei gesunden Männern sollte ein bis zwei Mal pro Nacht kein Problem sein. Mir haben Patienten auch schon von vier Ejakulationen berichtet. Aber alles, was darüber hinausgeht, ist eher Wuschdenken. Allerdings gibt es natürlich immer wieder mal biologische Ausnahmeerscheinungen, zum Beispiel manche Pornodarsteller. An ihnen sollte sich der Durchschnittsmann nicht messen. Auch Drogen können die sexuelle Leistungsfähigkeit beeinflussen.

In Dieter S. Fall kam ja eine psychische Ausnahmesituation dazu. Er sagte, er sei fünf Mal zum Beischlaf gezwungen worden und habe den Akt steif vor Angst über sich ergehen lassen. Können Männer überhaupt von Frauen vergewaltigt werden?

Potempa: Das ist möglich – insbesondere dann, wenn sie zuvor mit Medikamenten sexuell empfindlicher gemacht worden sind. Ich weiß von einem entsprechenden Fall in England. Dort haben zwei Frauen einem Mann in einer Bar heimlich etwas ins Glas getan. Danach haben sie ihn zwei Mal vergewaltigt.

Welche Medikamente machen Männer wehrloser?

Potempa: Die so genannten PDE-5-Hemmer, zu dieser Medikamentengruppe gehört auch Viagra.

Wie wirken diese Mittel?

Potempa: Sie erweitern die Blutgefäße und machen den Penis dadurch empfindlicher. Oft reicht bereits eine geringe Stimulation, um das Glied zu versteifen – selbst dann, wenn der Mann gar keine Lust auf Sex hat. Das kann der Betroffene fast nicht verhindern, selbst wenn er will.

Bekommt man nach der Einnahme von Viagra häufiger einen Samenerguss als ohne dieses Potenzmittel?

Potempa: Im Gegenteil: Die PDE5-Hemmer verlangsamen den Ejakulationsprozess. Sie werden unter anderem zur Behandlung vorzeitiger Samenergüsse eingesetzt.

Andreas Beez

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