1. tz
  2. München
  3. Stadt

Sex-Überfall in meinem Schlafzimmer

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Opfer Daniela S. mit ihrem Verlobten Sandor O., der den Sex-Täter überwältigte
Opfer Daniela S. mit ihrem Verlobten Sandor O., der den Sex-Täter überwältigte © Unfried

Der Terror dauerte drei Jahre: Helmut W. (42) verfolgte Daniela S. (30) im Liebeswahn auf Schritt und Tritt, nervte sie mit Anrufen und Sex-SMS.

Die Kiosk-Besitzerin rechnete aber nie damit, dass der Beton­mischer-Fahrer gewalttätig werden könnte. So schlief sie in der Nacht zum 17. April bei nur angelehnter Balkontür …

In dieser Nacht sei es über ihn gekommen, erzählte Helmut W. am Montag vor dem Landgericht: „Ich wollte unbedingt mit ihr sprechen.“ Danielas Wohnung im Münchner Osten liegt im Hochparterre. Kein Problem für den Täter, über das Geländer zu steigen. „Ich bin zu ihr rein“, gibt er offen zu. Erschrocken sprang das Opfer aus dem Bett, wollte in die Küche flüchten. Der Täter war schneller: „Ich habe sie aufs Bett geworfen.“ Warum? „Weil ich mit ihr reden wollte.“ Doch von „Reden“ kann nicht die Rede sein. Mit brutaler Gewalt zerfetzte der Täter ihren Slip, spreizte ihre Beine, warf sich auf sie. Was hatte er vor? Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Rosi Datzmann räumt er ein: „Ich wollte sie auch demütigen, ganz klar.“ Und vergewaltigen? „Nein, so etwas mache ich nicht.“

Angeklagt: Helmut W. (42)
Angeklagt: Helmut W. (42)

Daniela S. schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Endlich wurde ihr Verlobter Sandor O. (25) wach, der im Wohnzimmer schlief. Dieser packte den noch angekleideten Gewalttäter an den Beinen und zog ihn von seiner Freundin runter. Daniela S. ist sich sicher: „Wenn mein Verlobter nicht da gewesen wäre, hätte mich der Täter vergewaltigt.“

Helmut W. gelang die Flucht. Als Minuten später die Polizei eintraf, erkannte er die Aussichtslosigkeit seiner Lage und stellte sich. Seither sitzt er in Haft.

Seit Daniela S. im November 2005 ihren Kiosk am Michaelibad eröffnet hatte, ist Helmut W. unsterblich in sie verliebt. Anfangs war sie nicht ganz abgeneigt. Doch seine Aufdringlichkeit ging ihr auf die Nervern. Sie gab ihm den Laufpass.

Seither probiert er es mit Terror. Daniela S.: „Er hat mich stundenlang beobachtet, er hat mich beschimpft und bedroht.“ Wegen der ständigen Nachstellungen hatte sich Helmut W. im Februar 2007 vor Gericht verantworten müssen. Nachdem dieser hoch und heilig versprach, Daniela in Ruhe zu lassen, zog diese ihren Strafantrag zurück. Doch Ruhe gab es nur kurze Zeit, auch deshalb, weil der Stalker wegen einer anderen Sache im Knast saß.

Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare