Nach Kölner Silvesternacht

Sex-Übergriffe auf der Wiesn: Grüne attackieren Polizei

München - Die Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof beschäftigen die Menschen immer noch - auch in München. Die Stadtrats-Grünen werfen der Münchner Polizei jetzt vor, hiesige sexuelle Gewalt auf der Wiesn zu relativieren.

Ein "spaßig gemeinter Griff unter den Rock", heißt es in einem Pressebericht der Münchner Polizei vom September 2015, habe für einen 20-jährigen Deggendorfer "äußerst schmerzhaft geendet". Die Frau, eine US-Amerikanerin, habe sich umgedreht, ihr Masskrug "landete wuchtig auf dem Kopf des kecken Burschen". Auch ein unbeteiligter Dritter habe einen Schlag auf die Wange abbekommen. "Natürlich handelt es sich hierbei um eine Straftat der gefährlichen Körperverletzung", schreibt die Polizei. Die Amerikanerin habe eine vierstellige Summe bezahlen müssen.

"Kecker Bursche"? "Spaßig gemeint"? Grünen-Stadtrat Dominik Krause findet diese Formulierungen unmöglich. "So liest sich der Polizeibericht, wenn deutsche Männer Frauen bedrängen", twitterte er am Sonntag.

In einer Mitteilung appellieren die Stadtrats-Grünen, "bei der Debatte um sexualisierte Gewalt die Augen vor den jährlichen Vorfällen auf dem Oktoberfest nicht zu verschließen". Die Polizei habe im genannten Fall den Täter als "kecken Burschen" noch belobigt. „Sexualisierte Gewalt ist nicht hinnehmbar", sagte Dominik Krause am Sonntag, "ganz egal von wem sie kommt. Wer sich zurecht über Köln empört, darf auch nicht wegschauen, wenn es Jahr für Jahr zu zahlreichen Übergriffen auf dem Oktoberfest kommt. Ein Griff unter den Rock ohne Einwilligung ist nicht spaßig – und ob er spaßig gemeint ist, ist unerheblich." Sexualisierte Gewalt, sagte Krause, werde "seitens der Sicherheitsbehörden immer noch bagatellisiert".

Felix Müller

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter

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