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Sex-Guru: Prozess ist im August

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Shanti, bürgerlich Ulrich S. (60), soll Kinder missbraucht haben © BKA

Der selbst ernannte Guru Oliver Shanti muss sich wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft München erhob Anklage gegen den 60-Jährigen, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler. Ihm werde sexueller Missbrauch von Kindern in 314 Fällen zur Last gelegt. Shanti soll seine Position als Leiter einer esoterischen Kommune in München und später in Portugal systematisch dazu benutzt haben, minderjährige Kinder seiner Anhänger zu missbrauchen. Der Prozess soll Anfang August beginnen.

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Shanti soll ausgeliefert werden

Shanti, der mit bürgerlichem Namen Ulrich S. heißt, war 2008 in Lissabon festgenommen und ausgeliefert worden. Seitdem sitzt der gebürtige Hamburger in Stadelheim in U-Haft. Seine Gemeinschaft lebte zeitweise im Bayerischen Wald und in München. Shanti soll daneben mit esoterischer Musik viel Geld verdient haben.

Den Ermittlungen zufolge steht Shanti im Verdacht, sich von 1985 bis 1998 an vier Buben und zwei Mädchen vergangen zu haben. „Nach unserem Ermittlungsstand war es so, dass er ein hierarchisches System in seiner Sekte aufgebaut hat, bei dem er alle Sektenangehörigen beherrscht hat“, sagte Winkler.

„Wir vermuten, dass – soweit die Opfer Kinder von Sektenangehörigen waren – die Eltern von diesen Missbrauchstatbeständen Kenntnis gehabt haben könnten.“ Gegen Shanti war schon einmal vor zehn Jahren ohne Ergebnis ermittelt worden.

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