Er bekommt auch Berufsverbot

Sexpfleger muss ins Gefängnis

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Nach Prozessende wurde Heinz G. in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt.

Er hatte drei wehrlose Seniorinnen im Altenheim missbraucht! Für diese widerlichen Taten muss Pflegehelfer Heinz G. (58) jetzt ins Gefängnis: Das Landgericht verurteilte ihn zu vier Jahren Haft.

München - Zudem darf er seinen Beruf fünf Jahre lang nicht mehr ausüben.

„Ihnen war bewusst, dass Ihre Opfer widerstandsunfähig waren“, sagte Richterin Sigrun Broßardt in der Urteilsbegründung. „Sie haben das Vertrauen Ihres Arbeitgebers und der Angehörigen schändlich missbraucht. Das kann nicht toleriert werden.“

Von 2009 bis 2016 hatte Heinz G. in einem Pflegeheim in Planegg gearbeitet und kranke, oft demente Menschen betreut. An drei Frauen aber verging er sich sexuell – und gestand die Taten später sogar selbst ein. „Mit einem gepackten Koffer haben Sie sich bei der Polizei gestellt – ganz ohne Anwalt. Das sucht seinesgleichen“, sagte die Vorsitzende. Sie nahm Heinz G. das Geständis voll ab: „Sie bereuen Ihre Taten und tragen die volle Verantwortung.“ Nur einen der vier angeklagten Fälle hätte man dem Pfleger wohl ohne seine Angaben nachweisen können. So aber wurde er wegen dreifachen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt. Laut Urteil habe es sich um „spontane Taten“ gehandelt, die Heinz G. ehrlich bereue.

Richterin Sigrun Broßhardt sagte: „Sie sind kein Sex-Monster, wie es in den Medien hieß.“ Tatsächlich hatte keine Münchner Zeitung das geschrieben. Was dagegen stimmt, ist: Den missbrauchten Frauen sowie ihren Angehörigen hat Heinz G. unfassbaren Schaden zugefügt. Nach einem Jahr in Untersuchungshaft bleibt er hinter Gitter und wurde nach dem Prozess in Handschellen abgeführt.

Vier Jahre Haft hatte Verteidiger Uwe Paschertz bereits in seinem Plädoyer gefordert. „Die Reue meines Mandanten ist gewürdigt worden“, sagte er. 

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