Staatsanwältin fordert 8 Jahre Knast

Sextäter will nicht nach Haar

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Sex-Verbrecher Markus H.: „Nicht nach Haar“

München - Er will um alles in der Welt nicht in die Psychiatrie.

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Kinderschänder gibt auf

Dem Kinderschänder Markus H. (26), der ein siebenjähriges Mädchen und seinen fünfjährigen Bruder auf äußerst brutale Weise missbrauchte und vergewaltigte, ist dabei auch ein fragwürdiges Gutachten recht. Eine Expertise, die Richter Stephan Kirchinger als „methodisch zweifelhaft“ einstuft.

Der Sanitäter Markus H. hatte am Morgen des 10. November 2007 die Geschwister am Ackermannbogen erst mit Geld in eine verborgene Ecke zu locken versucht. Als die Kinder ablehnten, drohte er mit der Tötung des Buben. Eingeschüchtert folgten sie ihm zu einem Fahrradabstellplatz, wo er beide Opfer auf äußerst schändliche Weise missbrauchte. Die ganze Familie leide bis heute unter dem Verbrechen, so die Nebenklage-Anwältin Antje Brandes. „Das Mädchen hat seine Fröhlichkeit verloren.“

In ihrem Plädoyer schloss sie sich am Freitag dem Antrag von Staatsanwältin Stephanie Mehner an, die acht Jahre Haft sowie die Einweisung in ein Psychiatrisches Krankenhaus forderte. Mehner: „Die Tat ist das Ergebnis eines Steigerungsprozesses. Ohne Behandlung des Angeklagten sind ähnliche Vorfälle wahrscheinlich.“ Der Angeklagte und seine Anwälte bestreiten jedoch die Rückfallgefahr. In einem Privatgutachten werden Markus H. zwar „pädophile Neigungen“, aber keine „Pädophilie“ attestiert. Der feine juristische Unterschied: Im ersten Fall ist die Unterbringung in der Psychiatrie nicht zwingend geboten. Außerdem halten die Verteidiger fünf Jahre Knast für ausreichend. Richter Kirchinger zerpflückte jedoch die Feststellungen einer Münchner Ärztin: „Das Gutachten leidet unter erheblichen Mängeln.“ „Haar ist nicht der richtige Ort für mich“, flehte der Angeklagte in seinem letzten Wort. Urteil am Montag.

E. Unfried

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