Das Schock-Geständnis des Serien-Sextäters

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Im Sakko vor Gericht: Pavo P. lächelt seiner Freundin auf der Zuhörerbank zu

München - Es ist der Horror für alle Frauen - nachts auf dem Heimweg von einem Mann überfallen zu werden. Ein 41 Jahre alter Serientäter muss sich jetzt vor dem Landgericht München verantworten.

Wenn es Nacht wurde, begann seine Jagd … Pavo P. (41) hatte es auf junge Frauen abgesehen, die alleine unterwegs waren. Seinen Opfern näherte er sich immer von hinten. Er packte blitzschnell zu, riss sie zu Boden, griff ihnen an die Brüste, zwischen die Beine. Mindestens 17 Frauen hat er auf diese schreckliche Weise traumatisiert. Am Montag begann der Prozess gegen den Serien-Sexverbrecher. Er gibt alles zu, auch die vier ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen.

Kahlrasierter Schädel, den athletischen Oberkörper im eleganten Sakko verpackt – so lässt sich Pavo P. in der Sitzungssaal führen. Er winkt, lächelt. Eine junge Frau unter den Zuschauern lächelt und winkt zurück. Es ist seine Freundin, die trotz seiner Verbrechen und trotz der Tatsache, dass er noch viele Jahre im Knast vor sich hat, zu ihm hält.

Die unheimliche Verbrechens-Serie begann am 26. Juni 2005, als er gegen 1.10 Uhr eine Frau vom U-Bahnhof Fraunhoferstraße bis zu einem dunklen Durchgang verfolgte, ehe er zugriff. Seine letzte Tat war am 12. August 2010, als er eine 22-jährige Studentin in der Franziskanerstraße in ein Gebüsch zerrte. Sie flehte um ihr Leben. Er vergewaltigte sie. Dann ging er zur Arbeit.

Erst diese Tat führte die Polizei auf die richtige Spur. Jahrelang hatten die Fahnder nur ein Phantombild von der Sex-Verbrecher.

„Hohes Gericht, man mag sich für eine Frau kaum Schlimmeres vorstellen als das, was mein Mandant den 17 Frauen angetan hat“, führte sein Verteidiger Raimund Förschner am Montag aus. Pavo P. gestehe alles, um den Opfern die Aussage vor Gericht zu ersparen: „Ihm tut das, was er den Frauen angetan hat, furchtbar Leid.“

Als Pavo P. zu Wort kommt, hört man vor allem eines: Selbstmitleid. Er jammert über seine Kindheit mit prügelnden Eltern. Seine erste Ehe sei übel gewesen. Seine zweite (hier läuft gerade die Scheidung) noch schlimmer. Indirekt gibt er seiner zweiten Frau die Schuld an den Taten, denn sie habe nachts gearbeitet anstatt für ihn da zu sein: „Ich habe Frust abgebaut.“ Über seine Zelle in der Ettstraße jammert er: „Das war eine harte Zeit, ich hatte nicht einmal eine Zahnbürste.“

Vorsitzender Richter Anton Winkler: „Wzorauf schließen Sie die Taten?“ „Es war keine sexuelle Befriedigung für mich,“, weicht der Angeklagte aus. Was wollte er dann? „Ich wollte das Gefühl der Macht spüren. Ich wollte sie erschrecken.“ Wenn das seiner Freundin passiert wäre, hätte er den Täter dann umgebracht? Pavo P.: „Ich denke ja.“ Der Prozess geht weiter.

Eberhard Unfried

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