"Aktenzeichen XY" strahlt ungelösten Fall aus

Lebt Christinas Mörder mitten unter uns?

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Christine Stöter (59) wurde am Abend des 18. März 1993 tot in ihrer Wohnung in der Fürkhofstraße 5 in Oberföhring gefunden. Sie wurde das Opfer eines Sexualmörders.

München - Wenn durch neue Techniken lange nach einem Mord Täter-DNA entdeckt wird, werden Ermittler wieder aktiv: So rollt die Polizei einen Sexualmord aus dem Jahr 1993 bei "Aktenzeichen XY" neu auf.

Als Feuerwehrleute am Abend des 18. März 1993 über den Balkon im dritten Stock in die Zweizimmerwohnung der Hausfrau Christine Stöter am Fürkhof 5 in Oberföhring stiegen, erwartete die Männer ein grauenhafter Anblick: Die 59-Jährige hockte neben ihrer zerwühlten Bettcouch auf dem Boden, den Kopf nach hinten gelegt, den Mund weit aufgerissen, die Brille verrutscht. Sie war tot, um ihren Hals war eine gelbe Wäscheleine geschlungen.

Moderator Rudi Cerne sucht mit der Polizei in "Aktenzeichen XY" nach Hinweisen in dem Fall der erdrosselten Münchnerin

Die Frau war stranguliert worden. Auch ihre Hände und Füße waren gefesselt. Die Couch, das Laken und der Teppich waren teilweise verkohlt. Absichtlich angezündet mit einer ganzen Rolle Klopapier, mit der der Mörder an fünf Stellen versucht hatte, Spuren zu vernichten. Doch es entstand nur ein Schwelbrand, der von allein erstickte. Der Mord wurde nie geklärt. Heute – 23 Jahre später – ist es Kriminaltechnikern gelungen, aus den alten Asservaten eine DNA-Spur des Täters zu isolieren. Bereits 1993 war die Kripo sicher, dass Christine Stöters Mörder aus ihrem Bekanntenkreis stammt und noch heute unter uns leben könnte. Am Mittwoch Abend um 20.15 Uhr wird der äußerst brutale Sexualmord in der ZDF-Fernsehfahndung „Aktenzeichen XY ungelöst“ vorgestellt. Die Münchner Mordkommission erhofft sich nach alle den Jahren doch noch den entscheidenden Hinweis – vielleicht von einem Mitwisser, der lange geschwiegen hat und nun sein Gewissen erleichtern möchte.

Christine Stöter war die Ehefrau eines leitenden Bankangestellten, von dem sie damals bereits seit eineinhalb Jahren getrennt lebte. Sohn und Tochter studierten damals schon. Mit ihrem Bruder traf sie sich regelmäßig. Dessen Sohn wollte an jenem Donnerstag mit ihr zusammen Möbel aus dem Keller räumen. Doch als er um 10 Uhr klingelte, machte die Tante nicht auf. Der Bruder rief nachmittags schließlich besorgt die Polizei.

Die Mordkommission erfuhr damals, dass Christine Stöter am Vorabend Besuch von einem Mann hatte, den sie auch bewirtete. Irgendwann in der Nacht muss die Situation dann außer Kontrolle geraten sein. Bevor der Täter Feuer legte und ging, durchwühlte er Schränke und Schubladen. Doch es fehlte aus der Wohnung offenbar nichts.

Führt jetzt die Sendung endlich zum untergetauchten Täter?

 

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