"Ich hatte Angst um meine Existenz"

Sexvideo! Otti Fischer wieder vor Gericht

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Etwas abgemagert: Ottfried Fischer kämpft auch im dritten Prozess um seine Ehre. Er hofft, dass der Angeklagte zumindest zu einer symbolischen Strafe verurteilt wird

München - Der Prozess um ein Schmuddelvideo, das zwei Prostituierte beim Sex mit Ottfried Fischer (59) heimlich gedreht haben, geht in die dritte Runde.

 Auf der Anklagebank sitzt Bild-Redakteur Wolf-Ulrich S. (32), der das ekelhafte Machwerk für 3500 Euro gekauft hat. Um Fischer damit unter Druck zu setzen?

Das Drama: Zwei Huren nutzen die Kreditkarten-Daten des Schauspielers („Der Bulle von Tölz“, „Pfarrer Braun“), um diesen schamlos abzuzocken. Drahtzieher ist der Inkasso-Unternehmer aus der Rotlicht-Szene, Mike P. (38). Er verkauft das heimlich gedrehte Video an Bild.

Die Geschichte wird öffentlich. Fischer entschließt sich, Anzeige zu erstatten: „Mir geht es darum, aus dem ganzen Dreck wieder rauszukommen.“

Oktober 2010: Eine Prostituierte, ein Zuhälter, Mike P. und der Journalist werden verurteilt. Bis auf Wolf-Ulrich S. (14 400 Euro Geldstrafe) akzeptieren alle das Urteil.

März 2011: Wolf-Ulrich S. wird vom Landgericht freigesprochen. Richterin Susanne Hemmerich geht davon aus, dass vielmehr Fischers Agentin Druck ausgeübt habe, den es in Wahrheit nicht gab.

Oberstaatsanwalt Kai Gräber sowie Fischers Anwälte Steffen Ufer und Christoph Knauer gehen in Revision. Mit Erfolg: Das Oberlandesgericht zerpflückt das Urteil, verweist es ans Landgericht zurück.

Jetzt Prozess Nummer drei. Fischer ist etwas magerer geworden, seine Parkinson-Krankheit scheint er im Griff zu haben. Wolf-Ulrich S. hat Karriere gemacht, er ist nach einem Intermezzo beim Bauer-Verlag nun Unterhaltungs-Chef bei Bild. Die Fronten aber sind weiter total verhärtet.

Vorsitzender Richter Thomas Hense verkündet zu Beginn, „dass die Rechtsfrangen nicht endgültig zu klären sind“. Das letzte Wort habe wohl das Bundesverfassungsgericht.

Nebenkläger Otti Fischer kämpft: „Ich habe mich erpresst gefühlt.“ Niemals habe er ein Interview über sein Intimleben gegeben, aber: „Ich hatte Angst um meine Existenz.“ Der Prozess geht im Januar weiter, weil Mike P. nicht als Zeuge erschienen ist.

Eberhard Unfried

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