Schmiergeld für Aufträge

Bestechung: Sicherheitsdienst- Mann vor Gericht

München - Bestechlichkeit in 268 Fällen und Untreue wirft die Staatsanwaltschaft einem ehemaligen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Securitas München vor.

Der Angeklagte soll von 2008 bis 2014 von Subunternehmern für die Vergabe von Aufträgen knapp 830 000 Euro Schmiergeld in bar verlangt und mindestens 616 500 Euro kassiert haben. Zum Auftakt der Verhandlung vor dem Münchner Landgericht gab der Vorsitzende Richter am Montag bekannt: Die Strafkammer kann sich nach einem Vorgespräch zwischen den Beteiligten eine Strafe von drei Jahren und neun Monaten vorstellen.

Securitas München bewacht Objekte staatlicher Einrichtungen und privater Unternehmen in München und Umgebung. Das Unternehmen erteilt dabei Aufträge an etwa 40 Subunternehmen. Bei der Vergabe hat der 44 Jahre alte Mitarbeiter laut Anklage Firmen begünstigt, wenn sie ihn mit bis zu zehn Prozent am Auftragswert beteiligten. Neben dem Bargeld verlangte er demnach in einigen Fällen die Übernahme der Leasingraten für Wagen der oberen Preisklasse in seinem Fuhrpark.

Der Angeklagte betrieb neben seiner Tätigkeit für das Sicherheitsunternehmen eine Autovermietung. Seinen gehobenen Lebensstil soll er auch durch Veruntreuungen bei der „Unterstützungseinrichtung der ehemaligen Münchner Wach- und Schließgesellschaft“ finanziert haben. Er verwaltete als Vize-Vorsitzender mit Kontovollmacht die Mittel des Vereins und soll rund 50 000 Euro für sich abgezweigt haben.

Ein Subunternehmer hatte im April 2014 Schmiergeldzahlungen abgelehnt. Er verlor in der Folge den schon erteilten Auftrag. Drei Monate später wurde der Angeklagte verhaftet. Sein Arbeitgeber hat ihn fristlos entlassen. Der seit einem Arbeitsunfall berufsunfähige ehemalige Garagenmonteur ist mit mindestens 200 000 Euro verschuldet.

dpa

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