Über 3600 Beamte im Einsatz

SiKo: Wo am Wochenende in München gesperrt ist

München - Demos, Straßensperren, tausende Polizisten: Am Wochenende wird die 51. Münchner Sicherheitskonferenz das Leben in der Innenstadt stark beeinflussen. Heuer sind mehr Polizisten als in den Vorjahren im Einsatz.

Auf die Münchner Polizei wartet laut Polizeivizepräsident Robert Kopp das „Einsatzhighlight des Jahres.“ Drei Tage lang werde die Welt nach München schauen, wenn im Hotel „Bayerischer Hof“ die Sicherheitskonferenz (Siko) stattfindet. „Wir sind uns unserer Verantwortung voll und ganz bewusst“, so Kopp. 3600 Polizisten werden dieses Jahr im Einsatz sein – 500 mehr als im Vorjahr. Die Münchner Polizei wird von Freitag, 6 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr, von Kollegen aus ganz Bayern, Hessen und Brandenburg unterstützt. Hinzu kommen Beamte der Bundespolizei und SEK-Einheiten.

Grund für die höhere Anzahl der Einsatzkräfte ist unter anderem laut Kopp das „höhere Aufkommen an Schutzpersonen“, also die extrem hochkarätige Gästeliste. Etwa 20 Staats- und Regierungschefs – darunter Kanzlerin Angela Merkel und US-Vizepräsident Joe Biden – sowie rund 60 Außen- und Verteidigungsminister werden in München erwartet. „Die höchste Zahl an gefährdeten Personen, die wir bisher hatten“, berichtet Kopp, der bereits zum achten Mal den Polizeieinsatz leiten wird.

3600 Beamte werden bei der Sicherheitskonferenz in Dienst sein.

Hinzu komme, dass mit den Anschlägen in Paris „der islamistische Terror ein Stück weit näher an Deutschland herangerückt ist.“ Die Siko sei ein Angriffsziel mit Symbolwert. „Wir haben aber keine konkrete Bedrohungslage“, betonte der Polizeivizepräsident. Dennoch sei es selbstverständlich, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein. „Alles andere wäre fahrlässig.“ Man werde auch nicht alles sehen, was die Polizei macht.

Wie jedes Jahr wird es rund um die Sicherheitskonferenz wieder zahlreiche Protestkundgebungen geben. Sieben sind angemeldet. Zur größten Demonstration, zu der das „Aktionsbündnis gegen die Nato-Sicherheitskonferenz“ aufruft, werden am Samstag rund 3000 Teilnehmer erwartet. Die Versammlung unter dem Motto „Kein Frieden mit der Nato“ beginnt um 12 Uhr auf dem Marienplatz. Gegen 13.30 Uhr setzen sich die Teilnehmer in Bewegung. Bereits ab 11 Uhr versammeln sich am Stachus Demonstranten unter dem Motto „Sicherheit und Frieden für die Ukraine“. Die rund 300 erwarteten Teilnehmer werden ab 15.30 Uhr über den Sendlinger-Tor-Platz zum Goetheplatz ziehen. Mit einem Autocorso soll „Gegen den russischen Terror gegenüber der Ukraine“ demonstriert werden. Die Autofahrer starten am Samstag um 13 Uhr an der Domagkstraße und umkreisen den Mittleren Ring unter anderem über die Landshuter Allee, die Donnersbergerbrücke, die Tegernseer Landstraße, den Innsbrucker Ring, die Richard-Strauss-Straße und zurück zur Domagkstraße. „Wir hoffen, dass die Demos auch dieses Jahr friedlich bleiben“, sagte Kopp. Allerdings werden auch wieder einige da sein, die ihren Protest nicht „gesetzeskonform ausdrücken wollen.“ Unter anderem ist auf der Internetseite „de.indymedia.org“ ein Aufruf zu finden, der zu „Widerstand gegen die NATO-Kriegskonferenz“ aufruft „ganz egal ob legal oder illegal... Seid kreativ und lasst euch nicht erwischen!“

Der Sperrenplan

Wie jedes Jahr ist das gesamte Viertel rund um den Bayerischen Hof streng abgeriegelt. Nur wer einen Ausweis des Veranstalters vorlegen kann, darf durchfahren oder -gehen. Auch Parken ist hier verboten. Wegen der Sperrung des Promenadeplatzes wird die Straßenbahn der Linie 19 zwischen Karlsplatz und Maxmonument eingestellt und über den Sendlinger-Tor-Platz umgeleitet. „Am besten ist es, mit U- und S-Bahn zu fahren, da gibt es am wenigsten Behinderungen“, empfiehlt Kopp. Denn wegen der Demonstrationen sei am Samstag mit dem Auto kaum ein Durchkommen. „Alle, die in die Stadt wollen, sollten Gelassenheit mitbringen.“ Wie jedes Jahr gebe es auch Einschränkungen des Flugverkehrs über München.

„Wenn man sich die Temperaturen am Wochenende mit zweistelligen Minusgraden anschaut, wird einer unserer Gegner die Kälte sein“, erklärte Kopp. Wegen der Glätte und Kälte wird die Motorradstaffel wahrscheinlich nicht eingesetzt werden können.

Fragen der Bürger beantwortet die Polizei unter Telefon 089/29 10 19 10.

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