Brennpunkte, Waffen und Krankheiten

Der Sicherheitsreport München

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5777 Waffenkontrollen wurden 2012 von der KVR durchgeführt.

München - München bleibt die sicherste Großstadt: Keine 100.000 Straftaten registrierte die Polizei 2012. Die Stadt legt am Dienstag ihren Sicherheitsreport vor. Das sind die Themen:

Die Zahl der Straftaten geht seit Jahren zurück, die Aufklärungsquote steigt, obwohl immer mehr Menschen an der Isar leben. Doch Sicherheit hat nicht nur mit Mord und Totschlag zu tun – sondern auch mit Schutz vor Pöblern, bissigen Hunden, Bränden, Gammelfleisch oder Infektionen. Darum legt die Stadt am Dienstag ihren neuen Sicherheitsreport im Rathaus vor. „Dass sich die Münchner so sicher fühlen können, liegt nicht nur an der erfolgreichen Polizeiarbeit, sondern auch an der Vielzahl städtischer Maßnahmen“, schreiben OB Christian Ude und KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Die Stadt gehe vor nach dem Prinzip Vorbeugen, Helfen, Abwehren. Die Themen:

Brennpunkte: Neben Kunstpark Ost und Hauptbahnhof gilt die Feierbanane an Maximiliansplatz, Stachus und Sonnenstraße als brenzlig, wenn die Sonne untergeht und der Alkoholpegel steigt. Seit Mai 2012 erlässt das KVR Betretungsverbote für stadtbekannte Schläger und Sex-Grabscher – bislang dürfen aber erst vier Personen die Partyzone nicht mehr betreten. Zwei Brutalos haben anderswo Aufenthaltsverbot. Dazu kommen 58 Hooligans mit Stadion-, 13 Säufer mit Hauptbahnhof- und 62 Schläger mit Wiesn-Verbot.

Nahverkehr: Rund 200 000 Stunden war das gesamte Personal der U-Bahn-Wache unterwegs. Dabei wurden in 57 000 Fällen Menschen wegen Fehlverhaltens aus den Anlagen geworfen. 4500 Mal mussten Menschen ihren Ausweis zur Personalienfeststellung vorzeigen. 400 Randalierer bekamen Hausverbot, 275 Straftaten wurden festgestellt. Es wird ruhiger im Nahverkehr: Die Zahlen gehen deutlich zurück.

Hunde: Sie haben im vergangenen Jahr 70 Münchner verletzt – 68 bissige Hunde und zwei Kampfhunde. Außerdem haben sie 51 andere Tiere verletzt. Insgesamt werden rund ein Prozent aller 32 000 gemeldeten Hunde in der Stadt auffällig. Das KVR hat 457 Anordnungen und 31 Zwangsbescheide gegen Hundehalter erlassen – ein Plus von 88 Prozent!

Feuer: 21 996-mal wählten die Münchner im vergangenen Jahr die 112 – 1000 Notrufe weniger als im Vorjahr. Darunter waren 1809 Brände – 100 weniger als 2012. Meist ging es glimpflich aus, aber 17 Notrufe waren wegen ausgewachsener Großbrände.

Waffen: Das KVR kontrollierte 5777 Waffenbesitzer auf ihre Zuverlässigkeit, bei 654 schauten sie sich gleich die Waffenschränke an. 50 Münchnern wurden Waffen verboten. In 13 Fällen gab es Razzien.

Krankheiten: 6830 Infektionen mussten 2012 per Gesetz gemeldet werden, 4673 Kontaktpersonen wurden untersucht. 137 Fälle von Tuberkulose wurden neu gemeldet, was laut Gesundheitsreferat mit der Zuwanderung aus belasteten Ländern zusammenhängt. Insgesamt 26 Kranken mussten Zwangsmittel angedroht werden, eine Person wurde eingewiesen. Die Kontrolle der Kondompflicht ergab keine Beanstandung.

Lebensmittel: Es gab 22 702 Kontrollen und 3645 Proben. Danach gab es 711 Bußgelder und 50 Strafanzeigen. 17 Unternehmen mussten wegen Hygienemängel sogar dichtgemacht werden.

David Costanzo

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