Sicherheitsring um die Wiesn

Die Polizei hat die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
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Die Polizei hat die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

München - Die Terror-Drohungen haben jetzt auch deutliche Auswirkungen aufs Oktoberfest. Zwischen Lindwurmstraße, Bayerstraße und Bavariaring soll ein Sicherheitsring aufgebaut werden.

Ziel der Maßnahme: Nur noch Anlieger und Lieferanten sollen in den näheren Bereich der Theresienwiese einfahren können.

Am Sonntagabend begann die Polizei bereits, Absperrungen und Verbotsschilder an den Zufahrts-Straßen zum Bavariaring aufzustellen. Am Montagfrüh um 9 Uhr (live auf dieser Seite) wollen Innenminister Joachim Herrmann, OB Christian Ude, Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer und Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle das verschärfte Sicherheitskonzept vorstellen.

Schon am Wochenende spürten die Besucher die Sicherheits-Offensive: Links ein Einsatzwagen, rechts ein Einsatzwagen. Der Beamten-Befehl: „Bitte die Taschen öffnen!“ Erhöhte Alarmbereitschaft auf der Wiesn: „Wir verschweigen nicht, dass eine erhöhte Gefahrensituation vorliegt. Aber es gibt keine konkreten Hinweise“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Wenger. „Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen vorsorglich erhöht.“

In den vergangenen Tagen seien bei der Münchner Polizei ungewöhnlich viele Anrufe verunsicherter Münchner eingegangen, die wissen wollten, ob sie auf die Wiesn gehen können oder nicht – zu oft war die Bundestagswahl als möglicher Zeitpunkt für einen geplanten Anschlag im Gespräch. Und nun ist auch noch ein Drohvideo der Taliban aufgetaucht, in dem unter anderem ein Oktoberfest-Foto gezeigt wird… Auch auf der Theresienwiese waren am Wochenende viele Besucher besorgt, weil verschiedenste Gerüchte über Bombenfunde und Zelt-Evakuierungen kursierten. „Da war nichts dran“, betont Andreas Ruch von der Polizei.

Die Angst trinkt auf der Wiesn mit. Vielleicht auch, weil die Besucher viele Sicherheitsvorkehrungen gar nicht sehen: Seit 2001 würden jeden Morgen Hunde das Gelände absuchen, so Wolfgang Wenger, „auch Sprengstoffhunde“. 17 Videokameras filmen die Festwiese ab, zudem seien zivile Beamte im Einsatz. Am Freitagabend hat das Bundesverkehrsministerium zudem ein striktes Flugverbot über der Wiesn verhängt.

Auch die offensichtliche Polizeipräsenz sei wichtig. „Wir haben aufgestockt. Und das sollen alle schon am Eingang sehen“, so Wenger. Auffällig: In diesem Jahr stehen schon in weiterem Umkreis der Wiesn schwarz bekleidete Beamte des Unterstützungskommandos. An den Zugängen parken Einsatzwagen, Beamte beobachten die Lage und kontrollieren Taschen und Rucksäcke. Wenger: „Wir bitten die Besucher, keine großen Behältnisse mitzubringen.“

Die Münchner Polizei bewertet die Gefahrenlage in Zusammenarbeit mit deutschen Sicherheitsbehörden stündlich. Wenger: „Bei Bedarf könnte unser Einsatz noch verstärkt werden.“ Hundertprozentige Sicherheit gebe es nie. „Aber würde ich mit meiner Familie aufs Oktoberfest gehen, wenn ich mich nicht sicher fühlen würde?“ Auch OB Ude mahnt: „Jetzt Panik zu schüren, wäre das Allerdümmste.“

N. Bautz, J. Mell, J. Welte

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