Westparkmord: Baldiges Urteil

Der sogenannte Westparkmörder soll in Sicherungsverwahrung bleiben.

München - Der Westparkmörder soll dort bleiben, wo er ist - hinter Gittern! Das forderte Staatsanwalt Frank Gellhaus im Prozess um die nachträgliche Sicherungsverwahrung des inzwischen 36-jährigen Verbrechers.

Verteidiger Dr. Gunther Haberl forderte am Mittwoch indessen die Freilassung seines Mandanten und betonte, dass dieser ohnehin in seine slowenische Heimat oder nach Kroatien zurückkehre. Haberl: „Es ist Aufgabe der dortigen Sicherheitsbehörden, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.“ Der Angeklagte, der am 15. Oktober 1993 im Westpark einen zufällig vorbeikommenden Architekten mit unzähligen Messerstichen getötet hatte, wäre im Mai 2010 regulär aus der Haft entlassen worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er vorläufig untergebracht.

Seit 28. März zieht sich der Prozess nun hin. Wenn das Gericht eintritt, bleibt der Angeklagte demonstrativ sitzen. Er ballt die Fäuste in seiner blauen Knasthose und macht keinerlei Angaben zur Sache. Im Prozess ist er nur ein paar Mal ausgerastet - etwa, als die Briefe an seine damalige Freundin verlesen wurden. Laut Gellhaus ist der Mann nach wie vor gefährlich: „Der Betroffene leidet unter einer psychischen Störung.“ Das Bundesverfassungsgericht stellt allerdings hohe Hürden vor die Sicherungsverwahrung. Nur hoch gefährliche psychisch Kranke können noch weggesperrt werden. Am 17. Oktober fällt die 10. Strafkammer ihr Urteil. Dann könnte der Mann freikommen.

Eberhard Unfried

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