Reisende Straftäter

Sieben Einbrüche in nur drei Tagen

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Die zwei Angeklagten gestern im Gericht Foto:

München - Sieben Taten in drei Tagen. Und einen Monat später noch ein Doppelschlag. Im Sommer 2014 kamen Andrejs S. (25) und Genadijs R. (23) nach München, um fette Beute zu machen.

Insgesamt neun Mal brachen sie in Wohnungen ein, dann schnappte sie die Polizei. Jetzt wird den beiden Männern am Landgericht der Prozess gemacht.

„Ich habe wenig Verständnis für reisende Straftäter“, stellt Richter Gilbert Wolf gleich klar. Vor sich hat er zwei Typen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In dünner Sportjacke betritt Andrejs S. den Gerichtssaal. Er spricht ruhig, blickt zu Boden – und kündigt sofort ein Geständnis an. Ganz anders ­Genadijs R.: Wütend bestreitet er die Vorwürfe. „Ich war betrunken und erinnere mich an nichts“, tobt er – so laut, dass Richter Wolf ihn anschreien muss, um Ruhe im Saal zu haben. Ein Geständnis ist von R. nicht zu bekommen.

Im Gegenzug hätte Wolf ihm maximal vier Jahre und drei Monate Haft in Aussicht gestellt. Auf den Deal ging Andrejs S. wiederum ein – und wird längstens sechs Jahre und drei Monate einsitzen. Er gestand alle Vorwürfe über Verteidiger Alexander Eckstein. Details zu den Taten wollte er nicht verraten. Fingerabdrücke hatten S. und R. aber überführt. Laut Anklage begannen sie am 23. Juni 2014 mit den Einbrüchen. Sie knackten Türen oder traten Fenster ein. Innen nahmen sie Bargeld, Schmuck, Computer und Kameras mit – im Wert von 20 750 Euro. Einen Tag nach der letzten Tat wurden sie von der Polizei verhaftet.

Heute werden weitere Zeugen aussagen. Sein Urteil will Richter Gilbert Wolf am Freitag fällen. Dass beide Einbrecher ins Gefängnis müssen, gilt als sicher. Die Frage ist nur noch: für wie lange?

Andreas Thieme

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