Sieben Gründe, warum Mosi ­unsterblich ist

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Die Gedenkfeier fand am Freitag im Kloster St. Bonifaz statt. Ein Bild des Modeschöpfers mit seinem Hund Daisy zierte den Andachtsraum

München - Zum siebten Todestag von Rudolph Moshammer (64†) an diesem Samstag zeigen wir, wie er sich unsterblich gemacht hat.

Gelbe Rosen, gelbe Dahlien, weiße Lilien: Ein Blumengesteck schmückt die Treppe vor der Grabstätte. Wir sind auf dem Ostfriedhof – am Mausoleum, in dem Rudolph Moshammer (64†) seine letzte Ruhe gefunden hat. Sieben Jahre ist es jetzt her, dass der Münchner Modezar aus dem Leben gerissen wurde. Erdrosselt, mit einem Kabel, am 14. Januar 2005. Aber: Viel stärker als die Erinnerung an den grausamen Tod ist die Erinnerung an das schillernde Leben. Rudolph Moshammer, der Modeschöpfer – und Rudolph Moshammer, der Mensch: Die tz zeigt, wie er sich unsterblich gemacht hat:

Seine Großzügigkeit: Moshammer wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Den Reichtum, den er sich später erarbeitete, wusste er zu schätzen – und er teilte ihn. „Armen gegenüber war er sehr gönnerhaft“, sagt Hildegard Denninger (63), Geschäftsführerin der Obdachlosen-Zeitschrift BISS. Und: Diese Großzügigkeit lebt auch nach Mosis Tod fort. Der Verein „Licht für Obdachlose“, den Moshammer einst gegründet hatte, übergab am Freitag Spendenschecks – unter anderem an die Teestube des evangelischen Hilfswerks. Schon in seinem Testament hatte der Modezar an soziale Zwecke gedacht – BISS erhielt 460 000 Euro.

Seine Menschlichkeit im Alltag: „Mosi kannte die Bedürftigen alle mit Vornamen, kam jedes Jahr zum Hinterhoffest“, sagt Florian Besold (62), Vorstand von „Licht für Obdachlose“.

Sein Leben im Luxus: Rudolph Moshammer war großzügig, wusste aber auch selber gut zu leben. Villa in Grünwald, weißer Rolls-Royce mit Chauffeur – diese Bilder bleiben bis heute im Gedächtnis.

Seine Auftritte: Mosi war eine öffentliche Person, spielte sogar mal Theater. Im Fernsehen und bei High-Society-Partys war er sowieso präsent.

Seine Mode: In der noblen Maximilianstraße hatte Rudolph Moshammer seine Boutique („Carnaval de Venise“), verkaufte edle Kleidung. Stars und Prominente aus ganz Deutschland kauften hier ein.

Seine Frisur: Mosi Haarpracht: immer perfekt gekämmt, immer zwei Strähnen in der Stirn. Diese Frisur: Sie ist bis heute Kult.

Sein Hund: Mosi ohne Daisy? Das war undenkbar. Stets trug er die Hundedame bei sich. Bei ­jedem öffentlichen Auftritt war der Yorkshire-Terrier dabei, logierte in der Handtasche. Ein Jahr nach Mosis Tod verstarb Daisy. Ihr kleines Herz verkraf­tete den Verlust nicht. Sie wurde 13 Jahre alt.

Andreas Thieme

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