Sieben Jahre in der Stalking-Hölle

München - "7.05 Licht an, 7.10 Licht aus, 8.30 Fenster auf, 8.32 Fenster zu…" - ein Stalker hat akribisch das Leben einer 44-Jährigen dokumentiert. Jetzt reichte es dem Richter.

Tag und Nacht hat er sie verfolgt, beobachtet, belästigt: Sieben Jahre lang ist Maria K. (44, Name geändert) durch die Stalking-Hölle gegangen. Ihr Ex-Freund Franz A. (53) ließ sich weder von gerichtlichen Verfügungen noch von drohender Haft abhalten.

Nachdem sie Schluss gemacht hatte, bombardierte er sie zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Anrufen und E-Mails. Er stand mit Blumen vor ihrer Haustür. Drei Mal zog sie um, vergeblich. Jedes Mal verfolgte Franz A. sie vom Arbeitsplatz bis zu ihrem neuen Zuhause, wo der Elektro-Ingenieur stundenlang ausharrte. Bald zog er wieder in ihre Nähe. Mit einem Fernglas beobachtete er ihre Wohnung und notierte alles akribisch in seinem Laptop. Beispiel: 7.05 Licht an, 7.10 Licht aus, 8.30 Fenster auf, 8.32 Fenster zu… Die Daten wurden bei der Festnahme des Stalkers sichergestellt.

Als er sich jetzt wieder vor Gericht verantworten musste, war er längst kein Unbekannter mehr bei der Justiz. Bereits 2006 wurde Verfügung erlassen, dass er sich seinem Opfer nicht mehr nähern darf. Er scherte sich nicht darum. 2010 wurde er deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt – und machte weiter.

Jetzt reichte es Richter Alexander Metz: Er verurteilte Franz A. zu einem Jahren Haft auf Bewährung. Wenn der Ingenieur sich der Frau in den nächsten fünf Jahren noch einmal nähert, muss er in den Knast! Das Opfer ist inzwischen mit den Nerven fertig. Maria K. traut sich kaum noch aus ihrer Wohnung.

Ebu

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Rubriklistenbild: © dpa

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