14 Einbrüche in eineinhalb Jahren

Sieben Kinder, kein Job: Maler wird zum Serientäter

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Tamas M. (r.) betritt den Verhandlungssaal im Landgericht.

München - Lichte Haare, zerfurchtes Gesicht: Mit hängendem Kopf betritt Tamas M. (34) das Landgericht. Insgesamt 14 Mal brach er in ganz München ein. Jetzt fiel das Urteil.

Lichte Haare, zerfurchtes Gesicht: Mit hängendem Kopf betritt Tamas M. (34) den Saal B 275 des Landgerichts. Die Trainingsjacke schlabbert über seiner ausgewaschenen Jeans. Gemächlich fläzt er sich auf die Anklagebank, dort wartet er auf sein Urteil. Und das kommt knüppelhart: Vier Jahre und vier Monate muss der Maler ins Gefängnis – denn er brach insgesamt 14 Mal in ganz München ein!

Sieben Kinder hat der Familienvater zu versorgen, als er Mitte 2012 plötzlich arbeitslos wird. Als ihn große Geldsorgen plagen, fährt der Ungar nach München – und startet dort eine monatelange Wohnungs-Einbruchsserie. Über seinen Anwalt lässt der Täter im Prozess ein Geständnis verlesen: Er räume alle Vorwürfe ein. „Sein Verhalten ist ein großer Fehler gewesen, es tut ihm sehr leid“, erklärt der Verteidiger. Tamas M. habe gar keine Serie starten wollen, aber die Einbrüche haben „halt immer wieder funktioniert“. Das klingt beinahe, als wäre es dem Einbrecher einfach gemacht worden. Tatsächlich brach er mit Gewalt jeweils die Wohnungstüren auf und hinterließ allein dort schon große Schäden, die im Tausender-Bereich liegen.

Tamas M.s Einbrüche: (1) 13.9.2012: Pulverturmstraße, (2) 27.9.2012: Pippinger Straße, (3) 5.2.2012: Bavariaring, (4) 10.5.2012: Clemensstraße, (5) 6.3.2013: Dietrichstraße, (6) 24.4.2013: Adelheidstraße, (7) 24.4.2013: Adelheidstraße, (8) 24.4.2013: Clemensstraße, (9) 25.4.2014: Bergmannstraße

In München startete Tamas M. eine regelrechte Einbruchstour: Insgesamt neun Mal stieg er zwischen dem 13. September 2012 und dem 25. April in Haushalte ein (siehe Karte) und nahm wertvollen Schmuck sowie Bargeld mit – teilweise war er dabei mit Komplizen unterwegs. Rund 60 000 Euro Schaden richtete er damit an. Allein in Schwabing schlug M. dreimal zu. Kurios: Mit dem Wert seines Diebesgutes kannte sich Tamas M. offensichtlich gar nicht aus und verkaufte die Luxus-Uhren und Armbänder jeweils nur für rund 1000 Euro – was nur etwa einem Zehntel des Marktpreises entspricht. „Mein Mandant hat hohe Schäden verursacht, aber keinen hohen Gewinn erzielt“, so der Verteidiger. In fünf weiteren Fällen zwischen dem 27. September 2012 und dem 24. April 2013 durchsuchte M. zwar die Wohnungen, fand aber nichts Wertvolles und zog ab.

Am Ende schnappte ihn doch die Polizei!

Andreas Thieme

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