Projektchef zieht für die tz Zwischenbilanz

Siemens-Neubau: Vom Krater zum Kronjuwel

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So sieht die Baustelle jetzt aus

München - Bis Ende 2015 wird am Wittelsbacher Platz ein ultramoderner Siemens-Gebäudekomplex entstehen. Wie geht der Mega-Bau voran? Was ist noch zu tun? Projektleiter Thomas Braun (48) zieht für tz Zwischenbilanz.

Der geplante neue Innenhof

Halbzeit beim größten Bauprojekt in der Innenstadt! Im Juni 2010 wurde der Neubau der Siemens-Zentrale am Wittelsbacher Platz bekanntgegeben. Bis Ende 2015 wird hier ein ultramoderner Gebäudekomplex entstehen, in den Anfang 2016 insgesamt 1200 Mitarbeitern einziehen sollen. Wie geht der Mega-Bau voran, der Kosten im niedrigen dreistelligen Millionenbereich verschlingt? Was ist noch zu tun? Und wie fällt das Fazit des Dax-Konzerns aus? Projektleiter Thomas Braun (48) zieht gegenüber der tz Bilanz:

Der Rückblick: Eine Herausforderung war das Baurecht – vom Eckdatenbeschluss, über Wettbewerbs- und Bebauungsplanverfahren bis hin zur Baugenehmigung gab es viel zu regeln. „Da waren wir sehr sportlich. Der Erfolg ist aber auch auf das gute Verhältnis mit der Stadt und den Nachbarn zurückzuführen“, sagt Braun. Siemens ging die Bauplanung offen und transparent an, bezog die Bürger mit ein. Ergebnis: Es gab keine Einwände gegen das Projekt.

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

So soll das Gebäude von oben aussehen

Die aktuelle Situation: 11 000 Quadratmetern groß ist die größte Abbruchbaustelle Münchens. „Die oberirdischen Gebäude sind mittlerweile verschwunden“, sagt Braun. 100 000 Kubikmeter umfasst der Aushub aus der Baugrube – „das erste Unterschoss ist raus, wir kommen jetzt in den gewachsenen Boden“. Aktuell ist die Grube acht Meter tief und wird noch auf 14 Meter anwachsen. Eine Kraterlandschaft! Umrandet wird sie von der zehn Meter hohen und 300 Meter langen Schallschutzwand. So bleibt der Lärm auf dem Gelände – einzigartig in Europa! 50 Arbeiter werkeln mit Baggern am Bau, alle fünf Minuten fährt vom Altstadtring ein LKW rein – hier ist der einzige Eingang für den Baustellenverkehr. So werden die Anrainerstraßen beruhigt.

Nächste Schritte: „Der Aushub dauert noch anderthalb Monate“, sagt Braun. Parallel beginnt der Ausbau – am Montag legen Konzernchef Peter Löscher und OB Christian Ude den Grundstein am Wittelsbacher Platz. Im August wird der erste Kran aufgebaut. Sechs werden es insgesamt, Ende Oktober werden sie stehen und geben das Material auf der Baustelle weiter. Interessant: 70 Meter wird der höchste Kran messen, die Konzernzentrale aber nur 26 Meter hoch sein (Erdgeschoss pluss sechs Etagen) – so wie die Gebäude ringsherum. Der Mega-Kran wird also fast dreimal so hoch. Grund: Neben dem Siemens-Bau gibt es noch zwei Baustellen anderer Firmen – jeder Kran muss im Abstand von fünf bis zehn Metern nach oben stehen, damit sie sich nicht ins Gehege kommen. „70 Meter ist also nicht die Höhe, die wir brauchen, weil unsere Zentrale so hoch ist, sondern weil sich die Kräne staffeln.“

Ausblick: Im Frühjahr 2014 wächst das Erdgeschoss heraus. Die Schallschutzwand steht dann noch – die Münchner werden das Gebäude von der Straße aus also erst im Sommer sehen, wenn das dritte Stockwerk fertig ist. Bis Ende 2014 ist der Rohbau komplett – je ein Geschoss wird pro Monat betoniert. „Wir haben keine Verzögerung und keine Abstriche an der Qualität gemacht. Bisher hat alles super geklappt."

Andreas Thieme


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