Simply Nett: Die tz-Konzert-Kritik

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Mick Hucknall auf Abschiedstournee

München - Simply Red, simply glücklich: Ein angeblich allerletztes Mal verhexte Soul-Saubermann Mick Hucknall seine Fans in der ausverkauften Olympiahalle: die Konzert-Kritik.

Mick Hucknall bot im Rahmen der „Farewell“-Abschiedstournee eine perfekten Show, mit perfekten Hits im perfekten Sound. Bei souligen Arschwacklern wie Come To My Aid tanzte noch einmal die ganze Halle. Und bei unkaputtbaren Schmusern wie If You Don’t Know Me By Now sang Münchens größter (Frauen-)Chor dem englischen Glücklichmacher ein Ständchen zum Abschied – von dem keiner weiß, ob er tatsächlich für immer war. Wer erst 50 ist und von seinen Fans dermaßen gefeiert wird, kann noch öfter das Signal für Comeback-Tourneen von rot auf grün stellen.

Neues hatten Simply Red in München nicht mehr zu bieten – weil ohnehin keiner Neues hören wollte. Dafür gab’s Altes, unnachahmlich edel verpackt. Eine grandiose Bühne, dominiert von Straßenlaternen in Form von Palmen. Eine Band, die jede einzelne Note hochglanzpoliert auf den Punkt brachte, mit messerscharfen Bläsern, und mit deutlich mehr Groove als auf den oft allzu plüschigen Platten. Und natürlich Meister Mick himself, schwarze Sonnenbrille, aufgeräumt, gut bei Stimme, wenn auch wie immer ein wenig zerzaust wirkend.

Und ebenfalls wie immer hätte man sich ein wenig vom Wagemut des Hucknallschen Haupthaars auch für den Sound seiner Band gewünscht. Bei zwei Stunden makellosem Wohlklang vom Meister Proper des Soul wird aus Simply Red allzu schnell auch mal „simply nett“. Die eine oder andere schiefe und riskante Note wird Hucknalls Solo-Projekt gut tun – und danach freut sich München aufs Simply-Red-Comeback 2015!

Jörg Heinrich

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