Stadt solidarisiert sich mit Paris

Wir sind Charlie! München steht auf

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Vor dem französischen Konsulat in München legten Menschen Blumen nieder und entzündeten Trauerkerzen.

München - München solidarisiert sich mit den Opfern des schrecklichen Attentats von Paris. Hier lesen Sie, wie die aktuelle Befindlichkeit in unserer Stadt nach den tragischen Ereignissen in Frankreich ist.

Es ist ein feiger Angriff auf eine freie Welt, der uns alle erschüttert. Islamistische Fundamentalisten richten bei der Pariser Satirezeitung Charlie Hebdo ein Blutbad an. Auch München ist geschockt. „Je suis Charlie – Ich bin Charlie“ - das ist der Slogan, der allerorten zu lesen ist. Denn Freiheit kann man nicht erschießen!

Das denken auch Dutzende Münchner, die an der bayerischen Löwenfigur vor dem französischen Generalkonsulat im Westend Schilder, Teelichter, Tulpen und Rosen abgelegt haben. Schon am Mittwochabend versammelten sich die ersten , um ihre Solidarität zu zeigen. „Am Ende waren bis zu 150 Menschen hier“, berichtet Pierre Rowion vom Konsulat.

Die Geschehnisse in Frankreich im Live-Ticker

Auch bekannte Gesichter hat es hergezogen. Dahoam is dahoam-Schauspieler Michael Schreiner etwa. Er blickt erschüttert in das Kerzenmeer und kann angesichts der Tragödie nur den Kopf schütteln. Markus Rinderspacher, der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, hat sich als Erster ins Kondolenzbuch eingetragen. Er schreibt: „226 Jahre nach der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte durch die französische Nationalversammlung 1789 bleiben deren Werte unverbrüchlich. Die freie Äußerung von Gedanken und Meinungen ist eines der kostbarsten Menschenrechte.“ Zur tz sagt er: „Das war ein barbarischer, unmenschlicher Akt. Ein Anschlag auf unsere gemeinsamen europäischen Grundwerte.“

Ein Münchner hat einen Zettel auf den Asphalt gelegt: „Im Andenken an die Menschen, die durch das Feuer der menschlichen Dummheit gegangen sind.“ Wut, Trauer, Entsetzen: Die Anteilnahme der Münchner ist riesig. Deshalb lässt das Konsulat noch bis zum Montag das Kondolenzbuch ausliegen.

N. Bautz, S. Dorner

Die Angst darf nicht siegen

Auch der Münchner Karikaturist Dieter Hanitsch (81) ist geschockt: „Das war ein von langer Hand exakt vorbereiteter Anschlag und kein ,normaler’ Terrorakt. Ein von oben organisierter, gezielt auf die Presse- und Satirefreiheit angelegter Angriff auf die Werte, die wir uns in Jahrhunderten mühsam aufgebaut haben. Mich erinnert dieses Killerkommando an einen Drogenkrieg in Südamerika: Die Killer hatten automatische Waffen, kannten Gesichter und Namen der Opfer. Mir kann kein Kollege sagen – egal, ob Karikaturist oder Kabarettist –, dass er jetzt nicht darüber nachdenkt, was er zeichnet oder sagt. Man darf sich aber von der Angst nicht leiten lassen, sonst haben die Terroristen ein weiteres Ziel erreicht. In Frankreich darf jetzt nicht der falsche Weg eingeschlagen wird, nach dem Motto: diese Algerier! Sie waren französische Staatsbürger. Ich zeichne eine Karikatur für den nächsten BR-Sonntagsstammtisch, die danach auch online steht.“

M.B.

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