Münchner Büro gewinnt Architektenwettbewerb

Das sind die ersten Pläne fürs Neue Hauner

München - Das „Neue Hauner“ ist ein medizinisches Mammut-Projekt zum Wohle kleiner Patienten. Jetzt nimmt die neue Uniklinik für Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin immer mehr Gestalt an.

Seit Freitag stehen die Siegerentwürfe des Architektenwettbewerbs fest. Nach einem dieser drei preisgekrönten Konzepte soll der Leuchtturm der bayerischen Spitzenmedizin ab 2018 hochgezogen werden. Die Eröffnung ist für 2022 geplant.

Das Architekten-Team von Professor Hans Nickl (kleines Foto oben) lieferte den Sieger­entwurf für das „Neue Hauner“.

Eine Fachjury hat aus 23 Bewerbungen von Architekturbüros in Deutschland, Österreich und Frankreich die besten Entwürfe ausgewählt. Den ersten Platz belegte das Münchner Büro Nickl & Partner Architekten, auf den Plätzen zwei und drei landeten Architects Collective Albert Wimmer aus Wien und Riegler Riewe Architekten aus Graz. Im nächsten Schritt werden nun Vergabegespräche mit allen drei Siegerbüros geführt. Wer aus dem Trio letztlich den Zuschlag erhält, wird im September entschieden. Mit dem Sieg im Architektenwettbewerb gilt die Münchner Variante als leicht favorisiert.

Demnach würde der Neubau rund 100 Meter lang, etwa 45 Meter breit und hätte drei Geschosse von je viereinhalb Metern Höhe. Der Clou: sechs großzügige Innenhöfe mit viel Grün sowie eine Parklandschaft auf dem Dach. „Diese Architektur soll Leichtigkeit vermitteln und Schwellenängste der Kinder vorm Krankenhaus abbauen. Wir wollen eine spielerische Kinderwelt schaffen“, erläuterte Büro-Chef Professor Hans Nickl.

Das „Neue Hauner“ ist den Münchner Medizin-Machern eine Herzensangelegenheit – auch deshalb, weil sie die Riesen-Tradition dieses einmaligen Krankenhauses bewahren und als Fundament für ein neues, visionäres Versorgungskonzept nutzen wollen: So sollen in dem Zentrum rund 40 000 Patienten vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen in allen Fachbereichen behandelt werden – „und zwar auf Weltniveau“, wie der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Großhadern, Professor Karl-Walter Jauch betonte. Zugleich soll es Geburtsort für 2500 Münchner Kindl jährlich werden.

Bereits 1848 hatte der Münchner Armenarzt Dr. August von Hauner das erste Kinderspital der Stadt gegründet, seit 1882 hat es seinen Platz an der Ecke von Lindwurmstraße und Goethestraße.

„Das Gebäude wird alle Möglichkeiten der Höchstleistungsmedizin bieten und soll dabei auch ein Ort sein, an dem sich kranke Kinder und Jugendliche und ihre Eltern gut aufgehoben fühlen“, sagte Bayerns „Medizin-Minister“ Dr. Ludwig Spaenle (CSU). „Seine Architektur wird so auch ein Stück zur Genesung der Kinder und Jugendlichen beitragen.“ Mehr noch: In dem Spitzenzentrum wollen Ärzte und Wissenschaftler auch die Erforschung verschiedener Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter entscheidend vorantreiben. „Es ist unser Anspruch, die Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu verbessern“, so Professor Christoph Klein, Direktor der Kinderklinik.

Spitzenmedizin und Weltklasse-Forschung eng beieinander – damit wird das „Neue Hauner“ auch ein wichtiger Baustein des erneuerten Uniklinikums Großhadern. Wie berichtet, hatte die Staatsregierung im Januar beschlossen, neben dem bestehenden Bettenhaus abschnittsweise eine neue Klinik hochzuziehen. Ein Dauer-Projekt, das mindestens 25 Jahre dauern und per anno rund 40 Millionen Euro verschlingen soll – macht unterm Strich rund eine Milliarde Euro.

Der Bau im Überblick

Baubeginn: 2018.

Bauzeit: viereinhalb Jahre.

Fertigstellung: 2022.

Baukosten: nach erster Schätzung 165 Millionen Euro.

Finanzierung: Der Freistaat zahlt 128 Millionen, den Rest übernehmen das Uni­klinikum sowie Spender der Stiftung „Das Neue Hauner“.

Fläche: 22 000 Quadratmeter.

Bettenzahl: geplant sind 276.

Patientenzahlen: geplant sind circa 40 000 jährlich, davon 10 000 stationär.

Andreas Beez

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