Hier kommt Michelangelo

Die Sixtinische Kapelle auf Riesen-Fotos in der Alten Staatsbank

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Veranstalter Gabriel Ioana zeigt’s: Die Repliken wie „Die Erschaffung Adams“ gibt es hautnah.

Am 7. April eröffnet in München die Ausstellung "Michelangelos Sixtinische Kapelle", welche Nachbauten der weltberühmten Werke in Originalgröße zeigt.

Haben Sie’s geschafft – in aller Herrgottsfrüh raus aus römischem Bett, um halb sieben vor die Vatikanischen Museen, trotzdem stundenlang anstehen und dann in ein paar Minuten mit Genickstarre durch die Sixtinische Kapelle gescheucht werden? Das muss nicht sein. Jetzt kommt Michelangelos Sixtinische Kapelle nach München! 

Nun gut, nicht die Originale, aber in riesigen Fotografien, hautnah und wortwörtlich zum Anfassen. Die Brüder Gabriel und Beau Ioana zeigen 34 Repliken in der Alten Bayerischen Staatsbank. Heute ist Eröffnung – quasi auf Augenhöhe, denn die mächtigen Fresken von der Decke der Kapelle werden auf den Boden geholt. Unterfüttert wird mit Audioguides, Rahmenveranstaltungen und mehr. Die tz sah sich beim Aufbau schon mal um und erklärt, was Sie alles erwartet. Und jetzt noch ein Goethe zum Thema: „Ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschaulichen Begriff machen, was ein Mensch vermag.“

Über die Sixtinische Kapelle

Im berühmtesten Saal des Vatikan werden bis heute die Päpste gewählt. Geweiht wurde die Kapelle am 15. August 1483, die Wandgemälde sind u. a. von Botticelli und Perugino. Himmelwärts geht’s zu Michelangelo, der die Deckengemälde zwischen 1508 und 1512 geschaffen hat – im Auftrag von Papst Julius II. Das mächtige Altarbild Das Jüngste Gericht entstand erst ab 1532 – auf Druck von Papst Clemens VII. arbeitete sich Michelangelo daran von 1536 bis 1541 ab. Es ist über 200 qm groß. Das Münchner Foto misst immerhin 161 Quadratmeter.

Das sagt der Chef der Schau

„So nah war nicht mal der Papst an den Fresken in der Sixtinischen Kapelle“, grinst Veranstalter Gabriel Ioana. „Der traute sich nicht so hoch rauf.“ Die insgesamt 34 Fresken werden nicht in der Reihenfolge gezeigt, wie sie im Original zu sehen sind. „Aber es gibt Informationen zu jedem einzelnen Bild per Audioguide“, sagt Ioana. „Wir möchten, dass die Besucher Michelangelos Werke hautnah zu erleben. Wir bringen also ein Stück Rom in die Welt.“ Pro Jahr will sein Label Giobeau Productions zwei Städte bespielen, wozu er jeweils rund 1400 Quadratmeter Fläche braucht und pro Schau eine halbe Million Euro in die Hand nehmen muss. „Ab rund 50 000 Besuchern pro Location sind wir sehr zufrieden“, sagt er. Und ist zuversichtlich, gerade auch für die Kunststadt München. „Mir war wichtig, noch vor Ostern eröffnen zu können.“ Das ist gelungen – auch dank der fleißigen Arbeiter, die in fünf Tagen die XXL-Fotografien aufgebaut haben. Die Repliken hat übrigens die österreichische Fotografen- Legende Erich Lessing (93) gemacht, aus dessem Archiv die Exponate stammen. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Dieter Reiter übernommen.

Der Aufbau mit dem „Jüngsten Gericht“ (großes Gemälde hinten).

Er ist der Aufbauleiter

Sascha Homann (38) hat Überblick und Muckis.

Sascha Homann (35) hat alles im Blick und langt auch selbst hin. Der Aufbauleiter sagt: „Wir sind zehn Leute. Die Repliken reisen mit einem 7,5-Tonner-Lkw an und werden zum Transport gefaltet auf eine Länge von maximal sechs Metern. Die Fotografien sind aus Stoff.“ Zum Ausladen, Entpacken und Verteilen der 36 Exponate braucht man einen Tag. Dann geht’s richtig los: Die Aluminium-Rahmen werden zusammengebaut, die Bilder montiert. Dazu werden Keder – also die Randverstärker für ein Tuch – ins Aluprofil gesteckt und gespannt, was das Schrauben spart. Dann noch die Montage der Füße. Das Jüngste Gericht wiegt übrigens ungefähr 150 Kilo. Ein paar Zahlen zu den Maßen: Neun Bilder sind 5,7 mal 2,8 Meter, 18 Bilder 2,8 mal 3,8 Meter, zwei Bilder 3,8 mal 3,8 Meter, vier Bilder 5,7 mal 3,8 und das Jüngste Gericht 14 mal 11,5 Meter. Zusammen: 862,88 qm…

Michelangelos Sixtinische Kapelle: Infos zur Schau

Von heute bis 9. Juli (eventuell Verlängerung) in der Alten Bayerischen Staatsbank (Ecke Kardinal-Faulhaber-/Ecke Prannerstraße hinter dem Bayerischen Hof). Geöffnet ist täglich von 10 bis 20 Uhr. 

Tickets für "Michelangelos Sixtinische Kapelle"

Personen

Montag – Freitag

Samstag – Sonntag

Kinder bis 15 Jahre

€ 9.50

€ 10.50

Ermäßigt Student bis 26 Jahre, Rentner, Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Ausweispflicht)

€ 12.50

€ 13.50

Erwachsene

€ 18.00

€ 19.50

Gruppe ab 10 Personen (bitte per Email anfragen)

€ 15.00

€ 16.00

Gruppe ab 20 Personen (bitte per Email anfragen)

€ 14.00

€ 15.00

Schulklassen (pro 10 Kinder 1 Lehrperson gratis) (bitte per Email anfragen)

€ 8.00

€ 9.00

Familienkarte 2 Erw. + 2 Kinder bis 15 Jahre (jedes weitere Kind + € 9,-)

€ 45.00

€ 50.00

Audioguide Miete (an der Tageskasse)

€ 2.50

€ 3.50

Weitere Informationen unter www.sixtinischekapelle.eu.

Michelangelos Sixtinische Kapelle: Impressionen der Ausstellung

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