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Skandal bei Commerzbank: Maskierte stehlen 4,6 Millionen aus Schließfach - Fall wird jetzt neu aufgerollt

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Von: Andreas Thieme

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Zwei vermummte Männer betreten im Februar 2018 die Münchner Commerzbank
Zwei vermummte Männer betreten im Februar 2018 die Münchner Commerzbank © Archiv

Vermummt betraten im Februar 2018 mehrere Männer die Commerzbank am Promenadeplatz - und stahlen 4,6 Millionen Euro. Am Landgericht wird der Fall ab Dienstag erneut aufgerollt.

München - Es ist einer der mysteriösesten Kriminalfälle der vergangenen Jahre! Insgesamt 4,6 Millionen Euro wurden im Februar 2018 aus der Commerzbank-Filiale am Münchner Promenadeplatz gestohlen. Doch bis heute stehen weder die Täter fest - noch ist das Geld jemals wieder aufgetaucht.

München: Reiche Russin hatte die Millionen in ein Bank-Schließfach eingelagert

In Schließfächer der Bank hatte eine reiche Russin die Millionen eingelagert. Aufnahmen aus der Videoüberwachung zeigen, wie vermummte Täter die Bank betreten hatten - danach war das Geld weg. Ab kommender Woche soll nun ein neuer Versuch unternommen werden, die kriminellen Geschehnisse in der Commerzbank aufzuklären. Von Dienstag an verhandelt das Landgericht den Fall zum mittlerweile zweiten Mal. Eine Bankmitarbeiterin und zwei mutmaßliche Komplizen sind angeklagt, die knapp 4,6 Millionen Euro aus den Fächern gestohlen zu haben. Die Bankerin soll die Männer mit Insiderwissen versorgt und ihnen Zutritt zu der Bankfililale verschafft haben. So hat es die Staatsanwaltschaft München I ermittelt.

Die Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz
Die Commerzbank-Filiale am Promenadeplatz © Oliver Bodmer

Bereits im Januar 2020 war der Fall vor Gericht gelandet. Damals waren insgesamt sieben Verdächtige angeklagt, vier von ihnen sind mittlerweile aber freigesprochen wurden. Das Verfahren gegen die drei nun noch Angeklagten wurde ausgesetzt, weil aus Sicht des Landgerichts „umfangreiche Nachermittlungen“ nötig waren. Das Problem der Justiz: Die reiche Russin konnte zunächst nicht aufgespürt werden - ihre Zeugenaussage ist aber ganz entscheidend in dem Strafprozess.

Bankmitarbeiterin Silvia F. ist die Hauptverdächtige in dem Fall
Bankmitarbeiterin Silvia F. ist die Hauptverdächtige in dem Fall © Archiv

Kurios: Die Hauptverdächtige in dem Fall, Bankmitarbeiterin Silvia F., wurde im November 2020 wieder in der Bank angestellt. Denn vor dem Arbeitsgericht hatte sie einen Prozess gewonnen. Danach durfte sie sogar zurück in ihre alte Filiale am Promenadeplatz. Ab Dienstag wird sie dann aber auf der Anklagebank Platz nehmen müssen.

Rund 30 Verhandlungstage hat das Landgericht für den Prozess um den Millionendiebstahl angesetzt. Der Tatvorwurf lautet auf „schweren Bandendiebstahl“. Das Urteil könnte demnach Anfang Juni 2022 fallen.

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