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Drogen-Skandal beim Gabalier-Konzert: Polizei nimmt sechs Personen fest

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Von: Sascha Karowski, Andreas Thieme

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Open-Air-Konzert mit Andreas Gabalier
Andreas Gabalier steht im Rahmen der „Back to Live Show“ bei einem Open Air Konzert auf der Bühne. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Es war das Mega-Konzert in München: Rund 90 000 Fans hatten Schlager-Star Andreas Gabalier (37) am Samstag in der Messer Riem zugejubelt. Ein Abend wie im Rausch! Doch jetzt kommt heraus: Ein handfester Zwischenfall hat das Open-Air Konzert überschattet

München - Nach Informationen unserer Redaktion haben Ordner beim Gabalier-Konzert am Samstag mit Drogen gedealt. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen die Recherche. Demnach wurden am Samstag zunächst sechs Mitarbeiter eines Ordnungsdienstes wegen des Verdachts eines Betäubungsmittel-Vergehens „zur weiteren Abklärung kurzfristig festgenommen“, sagt Polizeisprecher Ersin Erol. „Letztlich erhärtete sich bei zwei Ordnungskräften der Tatverdacht des bewaffneten Handels mit Betäubungsmitteln.“

Brisant: „Einer der Festgenommenen, ein 19-jähriger Ordner, leistete bei der Festnahme Widerstand gegen die eingesetzten Beamten, wobei ein 24-jähriger Polizeibeamter verletzt wurde und an diesem Tag nicht mehr dienstfähig war.“ Laut Staatsanwaltschaft wurde zudem auch ein Konzertbesucher festgenommen, der bei einem der Ordner Drogen gekauft hatte.

München: Ordner handeln mit Drogen beim Gabalier-Konzert / Sechs Festnahmen

Der Drogenhandel sei „von den Vorgesetzten der Ordner selbst identifiziert“ und die betreffenden Ordner von einem Sub-Unternehmen „von den Positionen abgezogen und der Polizei übergeben“ worden, sagt Veranstalter Klaus Leutgeb, der auch die Konzerte von Helene Fischer (20.8.) und Robbie Williams (27.8.) in Riem organisiert. Die betroffenen Ordner „werden natürlich auch nicht mehr bei den beiden weiteren Konzerten eingesetzt“, verspricht Leutgeb.

Verantwortlich für die Sicherheit auf dem Gabalier-Konzert war vor allem die Stölting Gruppe. „Unser Unternehmen war mit über 600 Ordnungskräfte zur Sicherung der Veranstaltungsfläche aufgestellt, hinzu kamen weitere 150 Ordnungskräfte für den Bereich der Verkehrslogistik“, teilt Sprecher Bünyamin Yaman mit. Neben eigenem Personal habe Stölting - bei Groß-Veranstaltungen durchaus üblich - auch externe Dienstleister engagiert. „Hierbei haben wir selbstverständlich auf etablierte und renommierte Unternehmen zurückgegriffen“, versichert Yaman. Dass seit Samstag nun aber Ordner unter Verdacht stehen, „ist uns bekannt. Diese Vorgänge wurden unter anderem durch unser internes Kontrollteam aufgedeckt. Unser Unternehmen ist im vollen Umfang kooperationsbereit und steht den Ermittlungsbehörden jederzeit zur Verfügung.“

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