Skandal-Klinik öffnet OP wieder

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Nach dem Hygiene-Skandal will die Residenzklinik am Montag wieder für OPs mit Vollnarkosen öffnen.

München - Im Hygiene-Skandal um die Schönheitsklinik am Odeonsplatz geht es rund: Auf der einen Seite melden sich immer mehr Patientinnen, die sich nach Operationen in der Residenzklinik über Komplikationen beklagen.

Eine Medizin-Anwältin hat deswegen auch das Gesundheitsamt angezeigt! Auf der anderen Seite haben die Hygiene-Experten der Stadt am Freitag die Räume zum dritten Mal kontrolliert. Der Klinik-Chef will seinen OP am Montag wieder öffnen! Und die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter …

Hygiene-Skandal: Schönheitsklinik feuert Chefarzt

Der Klinik-Geschäftsführer Jochen Kirschner zeigt sich nach einer Hygiene-Kontrolle gegenüber der tz erleichtert: „Uns fehlt nur noch eine Bestätigung eines Lieferanten  für Medizinprodukte.“ Diese wolle man bis Montag vorlegen und erwarte dann die Freigabe des OPs für Vollnarkosen per Fax. Wie vorgeschrieben, sei der OP-Trakt desinfiziert worden. Details will Kirschner kommende Woche bekannt geben. Dann dürften in der Residenzklink wieder Brüste wachsen und Bäuche schrumpfen. Ganz so optimistisch ist man bei der Stadt allerdings nicht. Zwar schätzten die Experten die Lage zunächst positiv ein, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsamts. Sie müssten aber noch Unterlagen sichten. Ein Ergebnis werde es frühestens am Montag geben.

Unterdessen offenbaren sich immer mehr Patientinnen. Die Regensburger Medizin-Anwältin Alexandra Glufke-Böhm vertritt eine 23-Jährige aus dem dortigen Landkreis, bei der nach einer Brust-OP die Nähte platzten. Neben Klinik und Arzt hat die Anwältin auch das Gesundheitsamt angezeigt. Mängel einer Kontrolle im Frühjahr seien nicht mehr kontrolliert worden - erst nach Beschwerden Ende Juli. „Dazwischen wären viele Fälle nicht passiert“, sagt die Juristin. Die Behörde weist das zurück: „Uns sind keinerlei Fakten bekannt, wonach wir die Aufsichtspflicht verletzt hätten“, sagt eine Sprecherin. Dagegen laufen die Ermittlungen des Staatsanwalts auf Hochtouren. Bei dem Thema gibt sich Klinik-Chef Kirschner zugeknöpfter. Dazu wolle er sich nicht äußern, das sei alles „sehr aktuell“.

David Costanzo

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