Alle sind dafür, aber keiner prescht vor

Ski-Weltcup macht Lust auf Olympia in München

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Felix Neureuther würde sich über Olympia in München freuen

München - Hinter dem gelungenen Ski-Weltcup am Olympiaberg steckt eine Frage: Bewirbt sich München um die Olympischen Winterspiele 2022? Dieser Weltcup macht Lust auf mehr!

Was für ein Auftakt ins neue Münchner Sportjahr: Ein Ski-Rennen mitten in der Stadt, 17 000 Wintersport-Fans im Olympiapark, ein Sieger aus der Heimat – und dahinter eine große Frage: Bewirbt sich München um die Olympischen Winterspiele 2022? Dieser Weltcup macht Lust auf mehr!

Selbst ein Rasensportler schwärmte noch am Tag danach. „Das war ein schöner Abend. Felix hat gewonnen. Das war für ihn schön, für ganz München“, sagte Bastian Schweinsteiger, bevor er den Flieger zum FC Bayern-Trainingslager in Katar bestieg. Seinem Spezl Felix Neureuther hatte er nach dem Sieg die Stiefel geküsst. Der Gewinner selbst lobte die Heimkulisse und das „geniale Event“. Kollegin Viktoria Rebensburg sprach von einer „gigantischen Stimmung“ und Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch freut sich schon aufs Rennen im nächsten Jahr. Und auf Olympia 2022? Das wird nach der Pleite um 2018 die wichtigste Frage des Münchner Sportjahres: Bis 14. November erwartet das IOC Meldungen!

„Das war ein positives Signal für eine Bewerbung – auch ohne Schnee“, sagt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. 17 000 Fans pilgerten bei milden Temperaturen, dabei stand das Rennen kurz vor der Absage wie 2012. Bei der Premiere 2011 kamen bei geschlossener Schneedecke 25 000 zur Pisten-Party.

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„Das war wie aus dem Drehbuch“, schwärmt CSU-Stadtrat Mario Schmidbauer, der Unterschriften für ein Olympia-Begehren sammelt. „Die Münchner sind sportbegeistert.“ Er allein gewann an der Strecke 200 Unterstützer und hofft, dass nun mehr als 10 000 Adressen beisammen sind. Allerdings braucht er über 30 000. „Es ist wahnsinnig schwierig“, gibt der Stadtrat zu. Das sei aber keine Frage der Olympia-Begeisterung, sondern des Geldes. Plakate und Info-Stände in der ganzen Stadt könne sich die Initiative nicht leisten. „Es fehlt auch die Unterstützung der Unternehmen.“ Auf einen kann Schmidbauer aber zählen – Slalom-Sieger Neureuther: „Ich wünsche mir Olympia in München. Für mich gibt es kein größeres Ziel als die Winterspiele vor der eigenen Haustüre“, sagte der Partenkirchner zum Auftakt des Begehrens. Daran hat auch OB Christian Ude (SPD) nie einen Zweifel gelassen: „Ich will, dass wir uns nochmal bewerben.“ Allerdings will er keinen frühen Bürger­entscheid wie Schmidbauer, sondern erst am 10. November.

Dann hat der Sportbund selbst über eine Bewerbung entschieden. So buhlen Berlin und Hamburg noch um Sommerspiele. Dann ist auch klar, ob Chef-Funktionär Thomas Bach IOC-Boss geworden ist. Dann sind auch die Landtagswahlen gelaufen. Denn Ude braucht die Grünen für sein Bündnis, doch ausgerechnet die sperren sich gegen Olympia. Es bleibt eine verzwickte Situation: Fast alle sind dafür – aber keiner prescht vor. Dabei stehen die Chancen viel besser als 2018. Große Konkurrenz ist nämlich nicht in Sicht.

David Costanzo

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