Siemens-Plan: Die Ski-WM im Herzen der Stadt

München - Siemens plant bei der Ski-WM nach tz-Informationen vor seiner Firmenzentrale am Wittelsbacherplatz ein großes Ski-Event mit einer 40 Meter langen Piste aus Kunstschnee samt Lift.

Skifahren, Rodeln, Hüttenzauber – und bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen hoffentlich viele deutsche Medaillen bejubeln: Darauf können sich die Münchner Wintersport-Fans freuen – und zwar im Herzen der Stadt! Siemens plant nach tz-Informationen vor seiner Firmenzentrale am Wittelsbacherplatz ein großes Ski-Event mit einer 40 Meter langen Piste aus Kunstschnee samt Lift.

„Wir wollen allen Münchnern ein besonderes Wintererlebnis bieten, haben unsere Pläne dafür dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) vorgelegt und warten nun auf die Genehmigung“, bestätigte eine Siemens-Sprecherin auf Anfrage. „Bis dahin möchten wir noch keine Details nennen.“

Doch die Pläne hören sich vielversprechend an: Über einen kleinen Teppichlift sollen die Wintersport-Fans zwischen dem 4. und 20. Februar auf die Rampe befördert werden. Der Schnee soll mit einer der weltweit modernsten Schneekonen direkt am Wittelsbacherplatz produziert werden. Dann heißt es Bahn frei für Skifahrer, Snowboarder und Rodler. Vor allem für Familien ist diese „Snow City“ interessant: Geplant sind kostenlose Ski-Kindergarten und -kurse. Für die Verpflegung wird in vielen kleinen Almhütten gesorgt.

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In diesem Ambiente sollen dann auch die deutschen Ski-Asse um Felix Neureuther und Maria Riesch beim Public Viewing kräftig angefeuert werden. Die Rennen aus Garmisch-Partenkirchen werden per LED-Großbildleinwand live übertragen. Schon während der Fußball-WM im vergangenen Sommer wurden auf dem Wittelsbacherplatz die deutschen Erfolge bejubelt. 2200 Fans fanden dort Platz. Nach dem Sommermärchen soll jetzt der Wintertraum folgen. Wieder einmal will Siemens den Menschen Gelegenheit bieten, bei großen WM-Spektakeln gemeinsam mitzufiebern.

Während sich viele sportbegeisterte Münchner nach der Weltcup-Gaudi am 2. Januar auf dem Olympiaberg auf einen weiteren Höhepunkt freuen dürfen, kommt von Seiten der Grünen harsche Kritik. Georg Etscheit, Vize-Fraktionssprecher im Bezirksausschuss Maxvorstadt: „Wir sehen mit großer Sorge, dass sich der Wittelsbacherplatz immer mehr zu einem Tummelfeld für Profit- und PR-Interessen eines privaten Konzerns entwickelt.“ Und das auf einem „historisch wertvollen Platz, einem Kleinod des Münchner Klassizismus“.

Die Grünen kritisieren auch die fehlende ökologische Nachhaltigkeit. „Eine künstliche Skipiste mitten in einer Großstadt mutet ähnlich absurd an wie eine Skihalle in einem Wüstenstadt“, wettert Etscheit.

Doch genau diesem Vorwurf will Siemens entgegentreten. Im Ausstellungs-Iglu gibt es Infos mit grüner Siemens-Technik rund um sportliche Großevents. Der Strom für die Veranstaltung soll ausschließlich aus regenerativen Quellen stammen.

Über den Antrag für das Siemens-Skidorf will das KVR bis Mitte nächster Woche entscheiden. „Wir müssen noch Stellungnahmen der Fachstellen einholen“, sagte Sprecher Klaus Kirchmann.

Stefan Dorner

Rubriklistenbild: © Bodmer

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