Falscher Vater eingeäschert

München - Weil der Mann, den sie jahrelang für ihren Vater gehalten hatte, gar nicht ihr Vater sein konnte, weigert sich eine Frau die 450 Euro für seine Beerdigung zu zahlen.

Ihr ganzes Leben lang hat eine 59-jährige Münchnerin aus dem Lehel den falschen Mann für ihren Vater gehalten. Erst nach dessen Einäscherung kam die böse Überraschung: Die Frau sichtete die Papiere des Verstorbenen, darunter das Familienbuch. Aus dem ging hervor, dass ihre ­Mutter zum Zeitpunkt ihrer Geburt ihren vermeintlichen Vater noch gar nicht kannte – somit kann die 59-Jährige nicht seine Tochter sein. „Für meine Mandantin war das ein Schock“, sagte der Rechtsanwalt der Frau zur tz.

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Laut dem Familienbuch hatten ihre Mutter und ihr vermeintlicher Vater erst 1955 geheiratet. Als erstes Kind des Paares steht der jüngere Bruder der Münchnerin eingetragen – oder besser gesagt: ihr Halbbruder. Ihren richtigen Vater kennt sie nicht!

Im März vergangenen Jahres hatte die 59-Jährige nichts­ahnend ein Bestat­tungs­institut mit der Feuerbestattung ihres vermeintlichen Vaters beauftragt. Für die Einäscherung wurden 450 Euro fällig. Die vermeintliche Tochter wollte aber nicht bezahlen, nachdem sie ihren Irrtum festgestellt hatte. Der Bestatter verklagte sie und gewann nun vor dem Amtsgericht München – das Urteil ist rechtkräftig.

Es sei sicherlich persönlich sehr belastend, fast 60 Jahre lang den falschen Mann für den Vater gehalten zu haben, urteilte die Amtsrichterin Susanne Schinzel. „Doch Verträge sind zu halten“, erklärt Gerichtssprecherin Ingrid Kaps. Nur wenn im Vertrag gestanden hätte, dass sie nur zahlt, wenn sie tatsächlich die Tochter ist, könnte sie den Vertrag anfechten, erklärt die Richterin. Eventuell könne die Frau das Geld aber von ihrem Halbbruder verlangen, wenn dieser die Erbschaft seines Vaters angenommen hat.

SVS.

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