"Ich habe Anzeige erstattet"

Eklat um Snoop Dogg im Zenith: Jetzt spricht der Veranstalter

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So bewarb der Veranstalter den Auftritt im Münchner Zenith.

München - Der geplatzte Snoop-Dogg-Auftritt in München schlägt weiter hohe Wellen. Jetzt spricht Veranstalter Marco Sansone mit unserer Online-Redaktion.

Wütende Fans, wüste Drohungen und die Frage, wer jetzt wem Geld schuldet: Der geplatzte Snoop Dogg-Auftritt hat für alle Beteiligten ein Nachspiel. Eigentlich hätte der US-Rap-Star am Freitag als DJ im Münchner Zenith auftreten sollen. Stattdessen spielte er nur die ebenfalls gebuchte Show in der Diskothek PM in Untermeitingen bei Augsburg. Die Folge: Fanrandale in München und gegenseitige Vorwürfe.

"Ich habe die Gage bezahlt"

Dieser Einzahlschein von der Reisebank am Flughafen München soll belegen, dass Geld an das Management von Snoop Dogg geflossen ist.

Jetzt meldet sich Veranstalter Marco Sansone zu Wort, der den Auftritt im Zenith im Namen seines Münchner Clubs Golden Room gebucht hatte. "Ich möchte mich bei allen Beteiligten entschuldigen", sagt er. Von Vertragsbruch will Sansone aber nichts wissen - zumindest nicht von seiner Seite. Er sagt: "Ich habe 28.000 US-Dollar und 12.000 Euro an das Management von Snoop Dogg bezahlt - und zwar rechtzeitig." Ein Teil des Geldes sei in Dollar geflossen, der Rest in Euro. Das wird Sansone zum Verhängnis. Er habe die Gage nicht mehr komplett in Dollar wechseln lassen können, sagt er, könne aber mit Belegen beweisen, dass das Geld bezahlt wurde. Und zwar um 4 Uhr am Freitag. "Wir sind gedrängt worden, vor der Ankunft des Künstlers an den Flughafen zu kommen und das Geld zu bezahlen - abgemacht war, dass wir bei Soundcheck bezahlen." Doch das Management habe gedroht, den Künstler gar nicht erst einzufliegen, wenn die Gage nicht vorab im Hotel abgegeben würde.

Sansone hatte den Künstler im Hilton Hotel am Flughafen eingebucht, wo er auch eincheckte. Am Freitagabend sei er dann nicht zum verabredeten Auftritt erschienen. Snoop Dogg sollte um 22 Uhr im Zenith auf die Bühne gehen, Sansone sei telefonisch mehrmals vertröstet und das Publikum immer unruhiger geworden. "Ich erfuhr erst gegen 23.30 Uhr, dass die Show abgesagt ist - wegen Vertragsbruchs." Zum einen, weil die Gage nicht korrekt bezahlt worden sei. Zum anderen, weil Sansone den Auftritt nicht als DJ-Show beworben haben soll. Diesen Vorwurf erheben Management und Booking-Agentur. "Aber das stimmt absolut nicht", sagt er. Er habe die Show als Auftritt von DJ Snoopadelic beworben - im Gegensatz zu den Veranstaltern in Untermeitingen.

Anzeige gegen Snoop Dogg und sein Management

Und so habe er am Samstag um 4 Uhr morgens bei der Polizeistelle am Flughafen München Anzeige erstattet (das Aktenzeichen liegt der Redaktion vor), gegen Snoop Dogg, sein Management und die deutsche Booking-Agentur.

Geld ist auch ein gutes Stichwort, wenn es um die Besucher im Zenith geht. Ob und wie die Fans ihr Geld zurückbekommen sollen, ist unklar und ein wenig kompliziert. Denn Sansone sagt: "Ich habe das Geld von den Vorverkaufsstellen noch nicht bekommen. Ich bin bemüht und auch in Kontakt mit allen Ticketvorverkaufsstellen, um eine schnelle und im Sinne aller Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden."

Veranstalter wird bedroht

Sansone selbst und sein Club seien am Samstag mehrfach bedroht worden, zudem habe er einen erheblichen finanziellen Schaden erlitten, allein durch die Kosten und die zerstörte Technik im Zenith, für die er zur Verantwortung gezogen werden soll. Es sei außerdem zu Beschimpfungen gegen das Personal, Sansones Familie und Freunde gekommen. Auch sollen wütende Fans angedroht haben, in seinen Club Golden Room zu kommen, um sich ihr Geld zurückzuholen...

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