50. Fall für den BR

So feierten Wachtveitl und Nemec ihren goldenen Tatort

+
Sie kennen sich gut, sie mögen sich sehr, und zusammen sind sie höchst erfolgreich: Udo Wachtveitl und Miro Nemec

Wenn Fernseh-Kommissare Jubiläum feiern – noch dazu den 50., also sozusagen den „goldenen Tatort“ –, dann kommen schon mal die echten Kollegen zum Gratulieren vorbei.

So geschehen gestern am späten Nachmittag im Event-Theater Foyer am Oberanger, wo der Bayerische Rundfunk sich selbst und natürlich seinen Ermittlern Udo Wachtveitl und Miro Nemec in einem Festakt dankte, dass sie nun schon 50 Mal gemeinsam vor der Kamera einen Fall gelöst haben. Kein anderes aktives Team der ARD-Krimireihe hat so viele Filme auf dem Buckel.

„Die beiden repräsentieren uns ganz toll“, findet Peter Reichl, Sprecher der echten Münchner Polizei, und lacht dabei ein bisschen stolz. „Und abgesehen davon, dass wir natürlich nie ohne Durchsuchungsbefehl in eine Wohnung eindringen würden, so wie die Zwei das ab und zu tun, machen sie ihre Arbeit durchaus realistisch.“ Wenn das kein Lob ist …

Es liegt fast 18 Jahre zurück, dass die beiden Schauspieler ihren ersten Arbeitstag als Franz Leitmayr (Wachtveitl) und Ivo Batic (Nemec) hatten. „Gecastet“ (das Wort gab es damals wohl noch gar nicht) wurden sie, wie sich das für einen BR-Tatort gehört, in einem bayerischen Biergarten – „an einem schönen Frühlingstag im April 1989“, wie man sich auf den Gängen des Senders noch heute gerne erzählt. Bei einem einfachen Mahl, so heißt es, wollten der damalige Hauptabteilungsleiter des Fernsehspiels, Dietrich von Watzdorf, und die Fernsehspiel-Redakteurin Silvia Koller prüfen, ob die zwei ein harmonisches Paar abgeben könnten. Beide gaben ihr Allerbestes – es sollte der Beginn einer höchst erfolgreichen Zusammenarbeit und einer echten Männerfreundschaft werden.

Die beiden seien ja eigentlich inzwischen wie Brüder, erklärte denn auch Dominik Graf, der bei der Vorstellung des Geburtstagsfilms eine sehr schöne Laudatio auf den „Udo und den Miro und den Miro und den Udo“ hielt (die beiden können ja durchaus etwas empfindlich sein…). Sogar zeitgleich etwas grauer seien sie geworden. Sie, die die „witzigsten Dialoge aller Tatorte“ lieferten. Graf erinnerte auch und zurecht daran, dass man den beiden Kommissaren in den Filmen immer auch Gegenspieler bot, die es in sich hatten: Ob Jörg Hube als Rotlicht-Größe in der Folge „Der oide Depp“, ob Elmar Wepper in „Tod auf der Walz“ oder ob Ulrich Tukur in „Perfect Mind“ – gegen die muss man erst mal ankommen, auch als Kommissar. Udo Wachtveitl und Miro Nemec gelingt das seit vielen Jahren.

Nach 50 Folgen nun muss die Frage erlaubt sein, was denn noch kommen kann und soll. Udo Wachtveitl wünscht sich zwei Dinge: erstens einen Tatort, der sich mit dem Thema organisierter Kriminalität auseinandersetzt („Das halte ich für gesellschaftspolitisch relevant“), und zweitens: dass der Carlo noch einmal zurückkehrt. „In welcher Rolle auch immer.“ Recht hat er.

Der Jubiläumsfilm: „Liebeswirren“

O weh! Ivo hat ein Problem. Ein echtes Problem. Ein Männerproblem. Sie wissen schon. Die Nacht mit der schönen Kollegin von der Sitte lief nicht so, wie sie sollte. Ivo ist am Ende – und muss dann mitansehen, wie sie, die schöne Kollegin von der Sitte (gespielt von Anne Diemer), auch noch in der Mordkommission aushelfen soll. Sozusagen als (zunächst einmaliger) Ersatz für Carlo (Michael Fitz), der sich ja nach Thailand verabschiedet hat. Es läuft nicht gut für Ivo Batic (Miro Nemec) in den ersten Minuten des Jubiläums-Tatorts. Der trägt den Titel „Liebeswirren“ und lässt die beiden Ermittler in die Münchner Schwulen-Szene eintauchen. Ein Homosexueller ist ermordet worden; Verdächtige gibt es viele …

„Liebeswirren“, der am 28. September im Ersten läuft, ist sicher nicht der beste der 50 Tatorte, die Wachtveitl und Nemec in all den Jahren gedreht haben. Sie haben es ein bisschen übertrieben diesmal, mit den Frotzeleien und den Randgeschichten. Aber – sei’s drum.

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung

Kommentare