Mieten in München steigen weiter

So funktioniert der Mietspiegel

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Die Mieten in München stiegen und steigen.

Die Mieten in München steigen immer weiter. Das zeigt auch der aktuelle Mietspiegel 2017 wieder. Aber was ist das eigentlich und wie funktioniert der überhaupt. 

Der Mietspiegel gilt als gesetzliche Obergrenze, bis zu der der Vermieter die Miete anheben kann. Landet ein Streit vor Gericht, kann sich der Mieter auf den Mietspiegel berufen. Ein Vermieter muss nachweisen, dass im konkreten Fall der Mietspiegel nicht zu korrekten Ergebnissen kommt. Am Dienstag veröffentlichten wir exklusiv den Mietspiegel der Stadt - und konnten durch unseren eigenen seine Schwächen aufzeigen.

Mietwucherist eine Straftat. Wer 50 Prozent mehr als die ortsübliche Miete verlangt, kann mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Liegt die Miete deutlich über dem Mietspiegel, lohnt ein Anruf bei der Mieterberatung: 089/23 340057. 

Der Mietspiegel gilt für die Mehrheit der Münchner Wohnungen – ausgenommen sind etwa Souterrainwohnungen sowie Wohnungen mit Staffel- oder Indexmietverträgen. 

Der Grundpreis pro Quadratmeter wird mit der Tabelle (siehe Bild) ermittelt, die je nach Baujahr des Wohnhauses und Quadratmeterzahl den Preis auflistet. Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern Baujahr 1978, hat zum Beispiel einen Grundpreis von 10,14 Euro pro Quadratmeter. Gebraucht wird auch die letzte Nebenkostenabrechnung, aus ihr wird für alle angefallenen Betriebskosten der Durchschnittswert übertragen, etwa für Müllabfuhr, Kaminkehrer und Kabelanschluss. Weil manche Wohnungen besser ausgestattet sind als andere und die Lage der Wohnung nicht unerheblich ist, müssen für jede Wohnung zutreffende Zu- und Abschläge eingerechnet werden. Etwa kann, wer in einem Hochhaus lebt, einen Abschlag von -0,55 Euro pro Quadratmeter geltend machen, wer eine zweite Toilette hat, muss +0,37 Euro Zuschlag einrechnen, eine offene Küche schlägt mit +0,60 Euro zu Buche. 

Der Mietspiegel zeigt die ortsübliche Vergleichsmiete in Euro pro Quadratmeter. Der Preis hängt dabei vom Baujahr des Hauses (Spalten) und von der Größe der Wohnung (Zeilen) ab.

Die Lage der Wohnung spielt wie folgt eine Rolle: Die meisten befinden sich in „einfacher“ und „durchschnittlicher“ Lage, dafür gibt es keinen Zuschlag. Für Wohnungen in „guter“ Lage dürfen +0,62 Euro Zuschlag pro Quadratmeter erhoben werden, in „bester“ Lage 1,45 Euro. 

Wird über den Mietspiegel hinaus ein Aufschlag auf die Miete draufgesetzt, müssen Vermieter diesen begründen. Dafür gibt als Grundlage für die zulässige Spanne eine Liste, die die Schwankungsbreiten nach oben und unten für alle Wohnungsgrößen und Baujahre anführt. 

Wir ermittelten Münchens wahren Mietspiegel

Im vergangenen Jahr ermittelten wir mit Hilfe unserer User den wahren Mietspiegel. Gemeinsam mit der tz und dem Münchner Merkur riefen wir im Sommer die Leser auf, ihre Mietdaten bei uns einzureichen. Dabei kam heraus: Die wahre Durchschnittsmiete für München liegt deutlich höher, als von der Stadt herausgegeben.

Rechner: So viel Miete sollten Sie wirklich zahlen

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