Patientenzahl erhöht

So gesund sind unsere Kliniken

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Hämatologie und Onkologie im Krankenhaus Schwabing erhielten 2007 das Zertifikat „Onkologisches Zentrum“. Außerdem wurden ein neuer Augen-OP und das Ambulante OP-Zentrum eröffnet

München - Je mehr Patienten, insbesondere schwer kranke, desto besser geht es den städtischen Krankenhäusern. So funktioniert die zugegeben makabre Rechnung. Für das Jahr 2007 sieht die Bilanz gut aus.

Vor drei Jahren wurden die fünf Häuser von Eigenbetrieben in die Klinikum GmbH umgewandelt, mit damals unsicherer Heilungsperspektive. Das Jahresdefizit sollte von 16 Millionen Euro bis 2010 auf null gesenkt werden. Heute ist die Patientin auf halbem Wege zur Besserung, wie Aufsichtsratschef Hep Monatzeder berichtet.

Die Patientenzahl ist gegenüber 2006 um 3 Prozent auf 127000 im vollstationären Bereich gestiegen, der Anteil der Schwerkranken hat sich um 2 Prozent erhöht. Bei einem Umsatz von 620 Millionen Euro bleibt 2007 ein Defizit von 7 Millionen. Klinikum-Chef Manfred Greiner glaubt, dass 2010 schwarze Zahlen geschrieben werden.

Als Pluspunkte nannte Monatzeder die inzwischen sieben medizinischen Fachbehandlungszentren, die zum Teil auch externe Qualitätszertifikate erhalten haben: Die Kliniken Bogenhausen und Neuperlach wurden als Darmzentren zertifiziert. Die Klinik für Hämatologie und Onkologie im Haus Schwabing erhielt das Zertifikat „Onkologisches Zentrum“. In diagnostische und therapeutische Apparate sowie bauliche Verbesserungen wurden 24 Millionen investiert. Heuer gehen 34 Millionen allein nach Neuperlach. „Alle Patienten werden bei uns versorgt, unabhängig von Erkrankung, Alter und Versichertenstatus“, so Monatzeder. „Die umfassende Versorgung unterscheidet uns von Uni- und Privatkliniken, mit denen wir in einem harten Wettbewerb stehen.“

Der harte Tarifstreit des Marburger Bundes für Krankenhausärzte 2006 machte sich 2007 durch ein Ausgabenplus von 4,4 Millionen bemerkbar. Darin enthalten sind auch 35 Euro monatlich für jeden nicht-ärztlichen Mitarbeiter, die von Verdi damals erstritten wurden.

Die Gewerkschaft hat es verhindert, dass eine Servicegesellschaft für Reinigungs-, Küchen- und Wäschereipersonal gegründet werden kann. Das rot-grüne Rathausbündnis gab den Plan auf, Monatzeder bedauert das: Zwar hätte das Personal weniger verdient als bisher, vor allem wegen des Wegfalls von Zuschlägen. „Wir hätten aber Arbeitsplätze geschaffen und die Leute hätten von Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst profitiert.“

Nun werden die 700 Mitarbeiter von Küche und Reinigung mit der Fluktuation durch Personal privater Firmen ersetzt. Einem Streik während der laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst sieht Greiner gelassen entgegen; wichtig ist ihm ein bezahlbarer Abschluss.

BARBARA WIMMER

Quelle: tz

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