In Dresden gefasst

So kam die Polizei auf Jurijs Spur

+
Im Kapitol wurde die schöne Natallia G. mit einem Messer aus der Bar getötet.

München - Freitagmittag um 12 Uhr war die Flucht von Jurij Sch. zu Ende. Inzwischen hat er den Mord im Striplokal Kapitol gestanden. So kamen die Münchner Mordermittler dem Russen auf die Spur.

Markus Kraus.

Es war kurz nach zwölf Uhr mittags am Freitag, als Jurij Sch.s Flucht zu Ende war. Da stellte sich ein ziviler Polizeiwagen auf der Radeburger Straße in Dresden quer vor den weißen Transporter mit Münchner Kennzeichen. Von hinten blockierte gleichzeitig ein Wagen der Autobahnpolizei das Fahrzeug. Die drei Männer in dem Transporter ließen sich ohne Gegenwehr festnehmen (Verdächtiger festgenommen: Die Reaktionen). Einer von ihnen war Sch. (44). Er war dringend verdächtig, die schöne Barfrau Natallia G. (35) mit mehreren Messerstichen umgebracht zu haben. Vier Tage nach der Bluttat in der Tabledance-Bar Kapitol in der Arnulfstraße ist das Verbrechen geklärt. Der 44-jährige Russe hat die Tat gestanden.

Die Spurensuche der Polizei

Die schnelle Festnahme des mutmaßlichen Mörders ist der akribischen Arbeit der Münchner Mordermittler zu verdanken. Der Vorname des Russen war bereits in den ersten Vernehmungen der Kolleginnen von Natallia gefallen. „Das war der erste Hinweis auf den Verdächtigen“, sagte Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission. Der zweite Hinweis auf die Identität kam ebenfalls von Natallias Kolleginnen. „Herr Sch. hatte geprahlt, erst kürzlich aus der Haft entlassen worden zu sein.“

"Vermutlich auf dem Weg nach Polen"

Diese Informationen brachte ein Beamter der Polizeiinspektion 44 (Moosach) zusammen. Er hatte einen Tag vor der Tat die Meldung bekommen, dass Jurji Sch. im Bereich der Polizeiinspektion I eine Wohnung bezogen hatte. Er informierte die Mordkommission.

Jetzt konnte die Fahndung nach dem bereits wegen versuchten Mordes verurteilten Mann beginnen. Er war aber weder in seiner Wohnung anzutreffen noch auf seinem Handy erreichbar. Auch sein Bewährungshelfer hatte keinen Kontakt zu ihm.

Mord in Tabledance-Bar: Bilder vom Tatort

Mysteriöser Vorfall in Tabledancebar: Frau stirbt im Krankenhaus

Also prüften die Zielfahnder der Münchner Polizei Sch. Kontakte in München und stießen dabei auf einen Mann, der dem Russen bereits vor acht Jahren geholfen hatte. Über eine Handy-Ortung konnte dann dessen Renault bei Dresden ausfindig gemacht werden. „Sie waren vermutlich auf dem Weg nach Polen“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Jam

auch interessant

Meistgelesen

Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion