Was sich Münchner vornehmen

So klappt's mit den guten Vorsätzen für 2015

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Runter vom Sofa, regelmäßig raus in die Natur – ein guter Vorsatz für 2015.
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Manfred Meier (75), Rentner aus Wilhelmshaven: "Ich hatte in diesem Jahr Herzprobleme, aber die sind Vergangenheit. Ich bin fit, fühle mich nicht gestresst und freue mich auf den nächsten Urlaub auf Mallorca. Vorsorge-Untersuchungen sind selbstverständlich, aber 2015 wird hoffentlich gut verlaufen."
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Amir Heinitz (29), Historiker aus Berlin: "Ich esse ausgewogen – also in etwa gleich viel Fleisch und Gemüse. Die Zähne habe ich zum Glück 2014 schon erledigt. Ich gehe einmal wöchentlich Joggen und will mit meinen Kumpels im kommenden Jahr einmal wöchentlich Fußball spielen. Aus Freude und zum Stressabbauen."
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Karla Höß (37), Computerspiele-Produzentin aus Berlin: "Ich war vor Weihnachten sehr krank – unter anderem Haut, Ohren – und lasse jetzt den Zucker weg. Ich will im kommenden Jahr mehr Sport treiben, mehr Yoga machen – und den täglichen Stress deutlich runterfahren."
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Petra Hutschreuther (55), Verkäuferin aus München: "Bei mir steht gleich im Januar ein Zahnarzt-Besuch an. Zudem habe ich Probleme mit dem Rücken – kein Wunder, wenn man täglich acht Stunden im Stehen arbeitet. Da muss ich allerdings erst noch einen Termin beim Fachmann ausmachen."
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Susanne A. (63), Einzelhandelskauffrau: "Gesundheit ist mein großes Thema, ich bin eigentlich seit 35 Jahren immer gesund. Die regelmäßigen Vorsorge-Untersuchungen nehme ich selbstverständlich wahr. Ich kann also nicht klagen. Vorsätze in Sachen Gesundheit fürs kommende Jahr brauche ich nicht."

München - Viele Münchner fassen zum Jahreswechsel den festen Vorsatz, 2015 mehr für Ihre Gesundheit zu tun. Hier lesen Sie, was Münchner fürs neue Jahr planen und was Top-Ärzte raten.

Die einen werden von ihrem schlechten Gewissen umgetrieben, die anderen fühlen sich in ihrer Haut einfach nicht mehr wohl: Viele Münchner fassen zum Jahreswechsel den festen Vorsatz, 2015 mehr für Ihre Gesundheit zu tun. „Sie sollten Ihren Körper aber nicht mit der Holzhammer-Methode foltern. Manchmal können kleine Kurskorrekturen den großen Unterschied ausmachen. Entscheidend ist, dass man nachhaltig etwas verändert und regelmäßig etwas für sich tut“, sagt Dr. Karlheinz Zeilberger. „Steigen Sie öfter mal aufs Radl statt ins Auto, nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug, lassen Sie den Nachschlag beim Essen weg, verzichten mal auf Wein oder Bier.“ Und: „Gehen Sie zu den Vorsorge-Untersuchungen. Nutzen Sie die Angebote, die Ihnen Ihre Krankenkasse macht!“ Hier lesen Sie, was Münchner fürs neue Jahr planen und was Top-Ärzte raten.

Was Top-Ärzte raten

Wer kennt das nicht: Man fasst tolle Vorsätze fürs neue Jahr, stößt in der Silvesternacht darauf an – aber schon an Heilig Drei König sind die ersten Selbstversprechen wieder in Rauch aufgegangen. Wie hält man durch? In der tz erklärt der renommierte Psychiater und Psychotherapeut Professor Dr. Voderholzer, Ärztlicher Direktor der Schön-Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee, wie’s mit dem Umsetzen der guten Vorsätze klappen kann.

  • Suchen Sie sich Verbündete, um Vorsätze gemeinsam umzusetzen. Nehmen wir den Klassiker: Sie wollen sich das Rauchen abgewöhnen. Wenn Sie dieses Projekt beispielsweise mit ihrem Partner oder einem Freund in Angriff nehmen, wird’s oft leichter. Voderholzer: „Das erhöht die Motivation und auch den Druck, durchzuhalten. Gegenseitige Unterstützung kann der Schlüssel zum Erfolg sein – sie spielt zum Beispiel in Sucht-Selbsthilfegruppen eine große Rolle.“ Man kann beispielsweise auch mal mit dem Partner per Handschlag besiegeln, dass man einen Monat keinen Alkohol trinkt und zwei Mal pro Woche gemeinsam sportelt.
  • Setzen Sie sich realistische Ziele: „Ziele müssen auch wirklich erreichbar sein“, rät Voderholzer. „Sonst ist man ganz schnell frustriert und sagt sich: ,Ich schaffe es ja sowieso nicht, dann kann ich es auch wieder lassen mit dem Vorsatz.‘ Fragen Sie mal andere, vertraute Menschen, ob Ihre Ziele als realistisch eingeschätzt werden.“
  • Motivieren Sie sich mit dem Gedanken an den langfristigen Mehrwert: „Machen Sie sich immer wieder klar, wofür Sie sich mühen und warum es sich lohnt, gerade jetzt durchzuhalten.“
  • Fassen Sie nicht zu viele Vorsätze. Voderholzers Faustregel: „Lieber wenige Vorsätze – aber diese dann auch wirklich ernstnehmen und durchziehen!“

Rauchen tötet jährlich 114 300 Deutsche

Eines gleich vorweg, liebe tz-Leser: Es liegt uns völlig fern, Sie an dieser Stelle mit besserwisserischen Moralpredigten zu nerven. Aber so ehrlich müssen wir auch sein: Wenn es um sinnvolle Vorsätze fürs neue Jahr geht, dann können wir Ihnen das Thema Rauchen leider nicht ersparen. Genauer gesagt: die nackte Tatsache, dass der Abschied von den Zigaretten die mit Abstand vielversprechendste Investition in Ihre Gesundheit wäre. „Rauchen ist nun mal ein echter Killer“, weiß Professor Dr. Jürgen Behr, Chefarzt in den Asklepios Fachkliniken München-Gauting. „Stellen Sie sich doch an Silvester mal eine simple Frage“, schlägt der renommierte Lungen-Spezialist vor: „Warum schenke ich eigentlich den Tabakkonzernen meine Lebenszeit und zahle obendrein auch noch dafür?“

Jetzt könnte der eine oder andere Raucher natürlich trotzig mit Tabak-Ikonen wie Helmut Schmidt kontern. Der hat in seinem Leben ja schon gefühlt eine ganze Zigarettenfabrik in Rauch aufgehen lassen. Trotzdem ist er gerade biblische 96 Jahre alt geworden und macht vor allem eins: kräftig weiter rauchen. Aber dieser persönlichen wie medizinischen Ausnahmeerscheinung hält Lungen-Spezialist Behr ’zig Millionen dramatischen Einzelschicksale entgegen.

Die nüchternen Fakten zum Rauchen:

  • „Die drei häufigsten Lungenleiden – nämlich der Lungenkrebs, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und das Lungenemphysem – werden in mehr als 90 Prozent der Fälle durch Rauchen verursacht“, erläutert Behr.
  • Lungenkrebs tötet in Deutschland jährlich etwa 50 000 Menschen.
  • Experten schätzen, dass drei bis fünf Millionen Bundesbürger an einer COPD leiden.
  • „Jährlich sterben in Deutschland etwa 110 000 Menschen an den direkten Folgen des Rauchens“, berichtet die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. „Zusätzlich ist von etwa 3300 Toten durch Passivrauchen auszugehen.“ Trotzdem greifen noch immer etwa 15 Millionen Bundesbürger regelmäßig zum Glimmstengel.
  • „Rauchen behindert die Sauerstoffaufnahme und den Sauerstofftransport im Blut“, sagt Behr, „dadurch wird die Leistungsfähigkeit gemindert.“ Schon mal was gemerkt beim Treppensteigen?
  • Es mag viele Raucher geben, die sich fit fühlen – und das, obwohl sie ihrem Laster seit Jahrzehnten frönen. Aber das ist leider kein Grund, sich in Sicherheit wiegen zu können. „Die Lunge meldet sich erst sehr spät“, erläutert Behr. „Im Alltag merkt man in der Regel erst dann etwas, wenn sie bereits zur Hälfte oder zu zwei Dritteln geschädigt ist.“

Andreas Beez, Matthias Bieber

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