So kommen Sie durch den Bahnsinn

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Signal auf Rot: Der Bahnverkehr wird für mehrere Tage stark eingeschränkt

München - Das große Ziel der Bahn: mehr Pünktlichkeit. Damit das klappt, müssen wir hier in München ab 12. August allerdings erst mal mit mehreren Tagen Extra-Bahn-Stress klarkommen.

Denn: Im August geht in Pasing das neue elektronische Stellwerk ans Netz. Ein Mammut-Projekt, das sich die Bahn satte 130 Millionen Euro kosten lässt. Die Techniker werden voraussichtlich 78 Stunden brauchen, um die neue Anlage in Betrieb zu nehmen. 78 Stunden, in denen sich die Fahrgäste auf echten Bahnsinn einstellen müssen. Gesperrte Gleise rund um den Knotenpunkt Pasing, das neue Signal- und Weichen-Netz – Volker Henschel, Produktions-Leiter der Bahn, spricht von einer „Operation am offenen Herzen“.

Dauern wird diese OP vom 12. August (22 Uhr) bis zum Morgen des 16. August dauern. Die Bahn hat sich extra die Ferien ausgesucht, damit möglichst wenig Fahrgäste betroffen sind. Fakt ist: Von den gesperrten Gleisen sind nicht bloß S-Bahnen, sondern auch Regional- und Fernzüge betroffen.

Was genau kommt auf die Reisenden zu? Der Zugbetrieb vom Norden (Ingolstadt, Landshut) und Westen (Augsburg, Allgäu) direkt in den Hauptbahnhof wird unterbrochen und umgeleitet. Zum Teil können keine S-Bahnen auf der Stammstrecke bis Pasing fahren. In großem Umfang müssen Ersatzbusse pendeln. „Wir werden an den Umsteigepunkten rund 60 Helfer einsetzen. Man wird sie an Warnwesten erkennen können“, kündigt Geschäftsführer Bernhard Weisser (S-Bahn) an. Die Busse brauchen etwa doppelt so lang wie die S-Bahnen.

Auch im Fernverkehr müsse man im Schnitt mit längeren Fahrzeit rechnen, kündigen die Bahn-Verantwortlichen an. Die Bahn werde mittels Handbüchern, Durchsagen in Zügen und auf Bahnsteigen sowie im Internet informieren. Die beste Lösung, logisch: Wer an diesem August-Wochenende nicht mit der Bahn fahren muss, lässt’s einfach bleiben. Wer auf die Züge angewiesen ist, kann in den Grafiken linsk auf dieser Seite nachschauen, wie er am besten durch den Bahnsinn kommt. Und sich für die Zukunft auf pünktlichere Züge dank des neuen Stellwerks freuen…

bfi

S-Bahn und Regionalzüge7

Auf den östlichen Abschnitten des Netzes bleibt alles, wie es ist. Auf den westlichen der S3, S4, S6 und S8 werden in der ersten Bauphase (bis Samstag) die S-Bahn-Züge durch Busse im 30-Minuten-Takt ersetzt. Außerdem finden in der Nacht ­Freitag/Samstag (12./13. August) zwischen 2 und 4 Uhr Signalarbeiten statt. Die Stammstrecke muss in dieser Zeit komplett gesperrt werden. Einige nächtliche S-Bahnen entfallen und werden durch Busse ersetzt. In der zweiten Phase fahren die S3 und S8 wieder auf der Stammstrecke von/bis Pasing durch.

DB Regio: In der ersten Bauphase (Freitag und Samstagfrüh) wird nur aus Richtung Rosenheim eine direkte Verbindung zum Münchner Hauptbahnhof angeboten. Auf allen anderen Stecken müssen die Regionalzüge vorzeitig wenden und die Reisenden in S-Bahnen (rot markiert) oder Ersatzbusse (Schienenersatzverkehr, SEV abgekürzt, blau gepunktete Linien) umsteigen. In der zweiten Phase ab Samstag, 16 Uhr, können Regionalzüge von/nach Ingolstadt und Landshut den Hauptbahnhof direkt ansteuern. Weitere Infos auf s-bahn-muenchen.de.

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