Besuche für die Kinder

Nikolaus-Besuch: Dieses Brauchtum ist „in“ in München

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Kleine Geschenke für die Kleinen: Der Nikolaus hat für jeden etwas dabei.

München - Wer seine Kleinen mit dem Besuch des Nikolaus überraschen will, hat dazu in München ausreichend Möglichkeiten. Dieser Brauch erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Wie schlimm steht es um unser bayerisches Brauchtum? Erst kürzlich gab es Protest, weil vielerorts der Sankt-Martins-Umzug nur noch als „Laternenfest“ gefeiert wird. Dann hieß es vergangene Woche: Auftritte von Krampussen seien zu grausig für die Kinder. Doch wie steht es um den Nikolaus-Brauch?

Der boomt wie eh und je! Montag und Dienstag besuchen wieder hunderte Nikoläuse die Münchner Kinder in Kitas oder daheim, lesen ihnen die Leviten und beschenken sie. Laut Christina Warta vom Referat für Bildung und Sport, das für die städtischen Kindertageseinrichtungen zuständig ist, kommt der Nikolaus zu einer „Vielzahl“ der rund 400 städtischen Kitas. Schließlich werde im Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz die „ethische und religiöse Bildung und Erziehung besonders betont“.

Auch in den meisten privaten Kitas füllt der Nikolaus Socken für die Kinder oder kommt direkt zu Besuch.

Nikolaus-Service-München hat jährlich 250 Einsätze

Neben dem Nikolaus-Service-München mit jährlich rund 250 Einsätzen ist auch das Jobcafé München einer der Top-Vermittler von Nikoläusen in der Stadt und schickt jedes Jahr 20 Männer für rund 200 Einsätze in sämtliche Stadtteile. „Früher haben viele Studenten für uns gearbeitet, heute sind es fast immer die gleichen Leute, die das aus Passion machen“, so Jens Wittenberger, der Geschäftsführer des Jobcafés. „Unser ältester Nikolaus ist schon über 80.“

Billig ist so ein Auftritt nicht gerade: 69 bis 129 Euro (je nach Kinderzahl) kostet ein rund 20-minütiger Besuch. Dafür wird der bis ins Detail mit den Eltern besprochen. Die kleinen „Sünden“ der Kinder, die im Goldenen Buch stehen, werden per E-Mail abgesprochen.

Und das sind dieselben Schandtaten wie eh und je: Der Bruder ärgert die Schwester, das Kind räumt das Zimmer nicht auf, trödelt beim Anziehen, isst sein Gemüse nicht… Übrigens wird auch die religiöse Tradition hochgehalten, an den Heiligen Nikolaus als Helfer in der Not zu erinnern: So veranstalten das Jobcafé und andere Nikolaus-Dienste jedes Jahr Charity-Aktionen, bei denen hunderte Kinder beschert werden, deren Eltern sich keinen Nikolausbesuch leisten können.

ast

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