Doppelsalto in 190 m Höhe, dann eine Mass

So lief der abgedrehte Sprung vom Olympiaturm

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Jokke Sommer bei seinem Doppel-Salto vor den Fenstern des Drehrestaurants. Er sagt: „Das war nicht gefährlich. Ich habe ja auch viel Erfahrung, ich habe schon rund 500 Sprünge gemacht“.

München - Für die einen ist es das Höchste – und für die anderen einfach nur die Höhe! Der Norweger Jokke Sommer (27) und sein Spezl Ludovic Woerth (33) aus Frankreich sind mit dem Fallschirm vom Olympiaturm gesprungen.

Haben Salti geschlagen, fotografiert und gefilmt. Mit viel Spaß – und ohne Genehmigung. Am Schluss landeten die beiden bei der Polizei: Der Spaß kostete sie 500 Euro …

Kurz vor dem Absprung: Sommer ist über den Zaun geklettert, Touristen schauen zu.

Es ist Mittwochmittag gegen eins. Jokke und Ludovic fahren mit dem Aufzug auf den Olympiaturm. Sie haben kein Problem beim Sicherheits-Check. Jokke: „Wir haben gesagt, dass wir unsere Motorradhelme dabeihaben …“ Jene Helme, die sie dann auf der Aussichtsplattform in 190 Metern Höhe aufsetzen. Noch schnell Fallschirme anlegen und die Reaktionen der Leute genießen: „Sie haben gelacht und Fotos gemacht. Wir haben Spaß dran, Menschen zu unterhalten.“ Jokke und Ludovic sind professionelle Basejumper – sie springen nicht nur von Türmen, sondern auch von Felsen und Brücken. In Deutschland gilt: Der Springer braucht die schriftliche Zustimmung des Besitzers des Absprungpunktes und der Landefläche. Der Olympiapark gibt diese Zustimmung nicht – solche Sprünge sind hier verboten, auch wegen möglicher Gefährdung anderer Menschen.

Trotzdem ziehen Jokke und Ludovic ihre Aktion durch. Übers Geländer klettern, abspringen, doppelter Salto rückwärts, Schirm aufmachen und auf dem Dach der kleinen Halle landen. Jokke: „Kein schwieriger Sprung. Man hat genug Höhe, um den Schirm zu öffnen. Und der Wind kam von hinten.“

Ludovic Woerth sprang mit seinem Spezl runter.

Nach der Landung packen die Springer ihre Sachen zusammen und genehmigen sich erst mal eine Mass im Sommerfest-Biergarten am See. Jokke: „Die Leute haben sich nicht besonders für uns interessiert – und Polizei war auch nicht da. Deshalb haben wir uns gedacht: Wir können ruhig noch das berühmte Münchner Bier probieren …“ Allerdings: So ruhig ist die Lage in Wirklichkeit nicht. Die Polizisten sind nämlich schon unterwegs und schnappen sich die Springer im Biergarten (leicht zu erkennen am großen Rucksack). Jokke erzählt: „Die Polizisten waren sehr freundlich – aber wir mussten ein paar Stunden lang diskutieren. Und wir mussten 500 Euro Sicherheitsleistung zahlen … Ehrlich gesagt kenne ich die deutschen Gesetze nicht so genau. Mir war schon klar, dass das nicht hundertprozentig legal ist. Aber dass die Polizei das gleich so ernst nimmt, hätte ich nicht gedacht. Es tut uns leid, wenn wir jemandem Ärger gemacht haben. Und ich verspreche: Wir werden das in Deutschland nicht mehr machen.“

Jetzt geht’s erst mal weiter in die Schweiz. Zum Fallschirmspringen.

hei, dac, arb

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