Das Gleis ist heiß

So sieht der Bahn-Bauplan für München aus

München - Die Bahn baut – zumindest hat sie es vor. Die tz erklärt, wie der Stand ist bei Zweiter Stammstrecke, Flughafen-Express-Bahn und Co. 

Die Bahn baut – zumindest hat sie es vor. Die Rathaus-SPD hat daher vor einiger Zeit eine Aufstellung von der Stadt angefordert. Die Sozis wollten wissen, wie es mit den Großprojekten der Gleisbauer weitergeht. Die Antwort des Planungsreferates wird am Mittwoch dem Ausschuss präsentiert. Die tz erklärt, wie der Stand ist bei Zweiter Stammstrecke, Flughafen-Express-Bahn und Co. 

Der neue Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof und die Vorplätze sollen umgestaltet werden. ­Derzeit leitet die Bahn Plan- und Genehmigungsverfahren in die Wege. Der Umbau ist nicht unumstritten: Es gibt immer wieder Vorstöße aus der Bevölkerung, das Bahnhofsgebäude zu erhalten. Die Stadt hat ­indes Gespräche mit der Bahn aufgenommen und will einen Rahmenvertrag ausarbeiten. Unter anderem soll dort festgehalten werden: die Steuerung des Einzelhandels, die Erstellung eines Verkehrsgutachtens und die Gestaltung der Bahnhofsvorplätze.

Zweite Stammstrecke

Zwischen Laim und Leuchtenbergring soll zur Entlastung ­eine zweite Stammstrecke entstehen. Es gibt bereits einige Planfeststellungsbeschlüsse, etwa für den Bereich zwischen Laim und Stachus. Allerdings sind sieben Klagen dagegen anhängig. Weiterhin hat die Bahn bereits Ausschreibungen vorgenommen: Dabei geht es um den Tunnel zwischen Donnersbergerbrücke und Marienhof sowie die neuen Stationen für den S-Bahn-Halt unter dem Hauptbahn- und dem Marienhof. Der Freistaat soll im Laufe des Jahres eine Entscheidung zur Finanzierung treffen.

S8 Nord

Die Bahn will die Strecke zwischen Daglfing und Johanneskirchen viergleisig ausbauen, eine Express-S-Bahn soll schneller zum Flughafen kommen. Nun teilt die Stadt mit, dass die Gespräche schon sehr weit seien. Die Bahn hat die verkehrlichen Aufgaben erledigt, es sind noch betriebliche Fragen zu klären. ­Voraussichtlich im Herbst soll dem Stadtrat eine Vorlage zukommen, die sich mit der Finanzierung befasst.

Pasing-Eichenau

Die Linie S4 gehört zu den am meisten genutzten, denn die S-Bahn teilt sich das Gleis mit Regionalbahn und Güterverkehr. Künftig sollen auf drei Gleisen Züge fahren, wobei das mittlere Gleis für Regional- und Güterverkehr vorgesehen ist. Als Betriebskonzept liegt für die S-Bahn ein 15-­Minuten-Takt zugrunde, eine Expressbahn soll alle 30 Minuten fahren. Starttermin für den Ausbau: ungewiss.

Sendlinger Spange

Die Spange soll für Entlastung sorgen. In einer ersten Ausbaustufe ist auf Höhe des Heimeranplatzes ein neuer Bahnsteig in Betrieb genommen worden. In der zweiten Stufe soll die Spange weiter ausgebaut werden, ­sodass im Störfall zwei S-Bahnen zum Heimeranplatz abgeleitet werden können. Ausbaustufe drei sieht an der Menterschwaige einen neuen Haltepunkt vor. Wann es weitergeht, kann der Freistaat noch nicht sagen.

Poccistraße

Der Baubeginn für einen Regionalhalt ist derzeit noch nicht absehbar. Nun hat sich OB Dieter Reiter (57, SPD) in einem ­Schreiben an den bayerischen Innenminister gewandt. Joachim Herrmann (59, CSU) solle sich doch äußern, wie es mit den Plänen weitergeht. Eine Antwort liegt noch nicht vor, der Stadtrat soll aber noch vor der Sommerpause über den Stand der Planungen informiert werden.

So sah München Anfang der 70er-Jahre aus

München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
11 Uhr auf dem Marienplatz ist Zeit fürs Glockenspiel – keine Absperrung, keine Schnur, kein Gitter, kein Zaun trennte die Touristen unter dem Neuen Rathaus von der 30 Meter tiefen Baugrube des U- und S-Bahnhofes. Wie durch ein Wunder ist niemand hineingefallen, obwohl alle eine Viertelstunde lang nur nach oben blickten. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Die Baustelle auf dem Marienplatz. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Unter dem Marienplatz, noch ohne Zwischengeschoss: Eine Mega-Halle. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Ein Blick auf den Marienplatz. Bessergesagt Mariengrube. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Offene Baugrube von Schwabing zum Odeonsplatz: Die Straßenbahn fuhr auf riesigen Stahlträgern über das U-Bahn-Bauloch von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz, Autos durften mal links, mal rechts, mal gar nicht dahinschleichen und Fußgänger suchten sich selbst irgendeinen Wanderweg durch das Baumaschinenparadies. © Heinz Gebhardt
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Ohne Promis und Medienspektakel, dafür mit 1500 Dackeln und lustigen Münchnern feierte Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel das Ende der Baugrubenzeit und die Eröffnung der Fußgängerzone. © Heinz Gebhardt
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Das erste moderne Hochhaus Münchens steht längst unter Denkmalschutz: 1974 begann der Bau des 113 Meter hohen Hypo-Towers. Ein Höhepunkt! © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Pünktlich zu Olympia wurde der 99,5 Meter hohe BMW-Vierzylinder fertiggestellt – hier ein Foto aus der Bauzeit. Während der Spiele musste er auf seinen Namen verzichten: Das BMW-Logo wurde abmontiert, weil die Olympiaveranstalter keine kostenlose Werbung duldeten … © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Das kurioseste Bauwunder um 1970 war die Stachusbrücke, eine gewaltige Holzbrücke von der Bayerstraße zum Karlstor. Sie war der einzige Weg, um von einer Seite auf die andere zu kommen – und das zudem nur für Menschen, die gut zu Fuß waren. Für ältere Menschen, Behinderte und Kinderwagen: keine Chance! Bei Schneefall gesperrt, schlitterten und purzelten im Winter trotzdem alle hinüber und herunter. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Entweder ­wurden Absperrungen ignoriert und man schlüpfte durch jede sich bietende Baulücke, oder man setzte vorsichtshalber doch mal einen Bauhelm auf und spazierte einfach durch die Betonröhren. Die Münchner wussten sich halt zu helfen … © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Auf dem ehemaligen Flughafen Oberwiesenfeld entstanden Olympiastadion und Olympiahalle. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Die Schuttberge drumherum mit den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wurden begrünt und zum Erholungsgebiet Olympiapark. © Heinz Gebhardt

Rubriklistenbild: © Jantz Sigi

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