U5 wird ab 2021 für 665 Millionen Euro verlängert

So sieht der Fahrplan für den U-Bahn-Ausbau aus

Wunschprojekte und konkrete Pläne. Die Stadt hat sich beim U-Bahn-Ausbau einiges vorgenommen.

Die Stadtverwaltung möchte in der zweiten Jahreshälfte einen genauen Fahrplan für den Ausbau des U-Bahn-Netzes festlegen. In einem Zwischenbericht für den Stadtrat skizziert das Planungsreferat die einzelnen Maßnahmen.

Doch nur bei einer einzigen Trasse lässt sich die Behörde bisher auf einen möglichen Zeitplan festlegen: die Verlängerung der U5-West nach Pasing.

Demnach erscheint bei optimalem Verlauf der Genehmigungsverfahren ein Baubeginn im Jahr 2021 denkbar. Die Stadt geht bei diesem Projekt von einer Bauzeit von sechs bis acht Jahren aus. Die U5 wird vom Laimer Platz bis zum Pasinger Bahnhof um etwa 3,8 Kilometer verlängert. Drei neue Bahnhöfe sollen entstehen. Nach aktueller Schätzung belaufen sich die Kosten auf rund 665 Millionen Euro.

Insgesamt hat die Rathaus-Regierung aus SPD und CSU zu Beginn des Jahres ein Investitionsvolumen in Höhe von 5,5 Milliarden Euro für U-Bahn-Projekte angekündigt. Eine Finanzierung ist für die Stadt daher nur gemeinsam mit Bund und Freistaat möglich. Sonst werde München als wirtschaftlich stärkstes Zentrum Deutschlands mittelfristig an seine Grenzen stoßen, warnt das Planungsreferat. Der gesamte U-Bahn-Ausbau wird fast 40 Kilometer neue Strecken schaffen und das Schienennetz um rund 20 Prozent erweitern. Man darf gespannt sein, welche Prioritätenliste das Planungsreferat vorschlagen wird. Eines steht dabei fest: Voraussichtlich Mitte der 2030er-Jahre werden angesichts des Einwohnerwachstums sämtliche Reserven des U-Bahn-Verkehrs aufgebraucht sein – trotz Taktverdichtung.

Höhere Taktfrequenz wird abgelehnt 

In dieser Hinsicht gibt es wenig Neues zu berichten: Im Stadtrat wurde gestern von der Rathausmehrheit ein Antrag der Grünen abgelehnt, ab der kommenden Fahrplanperiode einen durchgehenden Fünf-Minuten-Takt von Montag bis Samstag im Zeitraum zwischen 6 bis 21 Uhr auf allen Strecken einzuführen. Zu den sonstigen Betriebszeiten sollte ein Zehn-Minuten-Takt vorherrschen, genauso wie am Sonntag ab 8 Uhr, forderte Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. „Das wäre einer Großstadt angemessen.“

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Vertreter von CSU und SPD entgegneten, man sei sich ja grundsätzlich einig, die Taktfrequenz bei der U-Bahn zu verbessern. Aber von heute auf morgen werde das nicht gehen – auch aus finanziellen Gründen. Die MVG strebt den ganzjährigen 5-Minuten-Takt auf allen Linien an, wie aus einer Stellungnahme für den Stadtrat hervorgeht. Doch derzeit fehle es noch an Fahrern und Fahrzeugen. Die Umsetzung dieses Ziels erfolge sukzessive über mehrere Jahre abhängig von der Personal- und Infrastrukturverfügbarkeit, heißt es von der MVG.

U-Bahn nach Pasing und vier weitere Großbaumaßnahmen

Neben der U-Bahn nach Pasing sind vier weitere Großbaumaßnahmen geplant. Lieblingsprojekt der SPD ist die innerstädtische Entlastungsspange U9 zwischen den Bahnhöfen Impler-/Poccistraße und der Münchner Freiheit. Hier sollen auf einer Strecke von etwa 10,5 Kilometern sieben neue Bahnhöfe entstehen. Das Planungsreferat hält die U9 für genauso bedeutend wie die zweite Stammstrecke zur Entlastung der bestehenden U-Bahn-Strecken Hauptbahnhof – Kolumbusplatz sowie Implerstraße – Münchner Freiheit. Die Bauzeit dürfte etwa zehn Jahre betragen, der Baubeginn ist allerdings noch völlig unklar. Es wird ein Zeitfenster zwischen 2025 bis 2030 avisiert, sodass es bis 2040 dauern könnte, ehe hier die erste U-Bahn rollt. Das Planungsreferat könnte sich allerdings auch eine abschnittsweise Inbetriebnahme vorstellen. Bei der U9 ist von Kosten in einer Größenordnung von drei Milliarden Euro die Rede.

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Drei weitere U-Bahn-Vvorhaben sind die Verlängerung der U5 vom Bahnhof Pasing nach Freiham (4,5 Kilometer Länge), die Verlängerung der U4-Ost (zwei Kilometer Länge) sowie die U26 im Münchner Norden zwischen Am Hart und Kieferngarten (vier Kilometer Länge). Bei der U5 nach Freiham – ein Wunschprojekt der CSU – sind vier neue Haltestellen geplant. Die U4-Ost bezeichnet die Weiterführung von der derzeitigen Endhaltestelle Arabellapark bis nach Englschalking. Die U26 ist auch als Erschließung für das neue Wohnbaugebiet in der Bayernkaserne und zur Entlastung der Heidemannstraße gedacht. Alternativ zur U26 wird derzeit auch die sogenannte Tram 23 geprüft.

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