So teuer ist der Tod

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Das Geschäft mit dem Tod boomt.

Der Tod kommt. Immer, unerbittlich, oft leider viel zu früh. Und er ist teuer. Mindestens 1800 Euro kostet selbst die schlichteste Feuerbestattung bei seriösen Anbietern. Ohne Feier oder Kranz, Beisetzung der Asche auf einem Friedhof außerhalb Münchens inklusive.

Fürs Doppelte gibt’s laut Peter Kotzbauer vom Städtischen Bestattungsdienst ein „schönes Münchner Begräbnis“. Fürs Dreifache sind dann auch noch Grabmal und Grabkosten mit dabei.

Doch gerade bei den letzten Dingen des Lebens wird immer öfter gespart. Selbst bei uns im katholischen Bayern. „Es gibt Menschen, die haben dafür schlicht kein Geld mehr“, weiß der Chef vom Bestattungsdienst. Zudem gibt’s immer mehr Hinterbliebene, die nur das Mindeste berappen wollen. Die Folge: Statt der traditionellen Erdbestattung wird neuerdings in rund 55 Prozent der Todesfälle die billigere Feuer-Variante gewählt. „Noch im Jahr 2000 war’s genau umgekehrt.“ Ebenso steigt die Zahl der anonymen Beisetzungen stark an.

Selbst fragwürdige Angebote boomen. Etwa bundesweit aktive Billig-Bestatter, die All-Inclusive-Beisetzungen ab 500 Euro verkaufen. Experten von der Verbraucherinitiative Aeternitas sprechen in diesem Zusammenhang von „Leichen-Tourismus“. Denn nicht selten werden dabei die Toten per Lkw ins preisgünstigere Ausland, etwa gen Tschechien, transportiert, dort eingeäschert und anonym beigesetzt. „Das ist Entsorgung“, empört sich Herbert Huber von der Münchner Friedhofsverwaltung. Illegal ist’s nicht.

Die Normalität sieht aber immer noch anders aus: eine pietätvolle Beerdigung in unserer Landeshauptstadt, Trauernde, Rat und Hilfe von qualifizierten Bestattern. Was man im Fall der Fälle unbedingt wissen sollte:

  • Ob Luxus- oder Billig-Beerdigung – zu den Kosten der Bestatter kommen in der Regel folgende amtliche Gebühren hinzu: derzeit 1276 Euro für eine Erdbestattung in München, 1161 Euro für die Feuerbestattung.
  • Deshalb warnt die Stiftung Warentest im neuesten Heft vor Pauschal-Angeboten, die meist weder kommunale Gebühren noch Grabkosten enthalten. Bei genauer Hinsicht erwiesen sich die meisten Billig-Angebote als „Mogelpackung“.
  • Dennoch gibt’s Spar-Potential: So manche Angebote wie Trauerbriefe oder Redner sind verzichtbar, manche Leistungen wie die Bekleidung der Toten kann auch von Hinterbliebenen erbracht werden. Seriöse Betriebe bieten zudem detaillierte Kostenvoranschläge. Und: „Man kann auch ein Grab ohne Grabstein nehmen“, so Peter Kotzbauer vom Städtischen Bestattungsdienst. Auch das senkt den Preis.
  • Anonyme Beisetzungen sind in München auf einer Freifläche im Neuen Teil des Waldfriedhofs und in Gitternischen im Krematorium möglich. Die Kosten: einmalig 2024 Euro (Gitternische) bzw. 2305 Euro (Waldfriedhof).
  • Vor allem Natur-Bestattungen werden immer beliebter: Der Städtische Bestattungsdienst bietet etwa Almwiesen-Bestattungen in der Schweiz ab 2200 Euro an. Oder die „Beisetzung unter Bäumen“ in München. Die Luxus-Variante, ein „Familienbaum“ mit Namenstafeln, Nutzungsrechten für 50 Jahre und acht Urnen, kostet 10 250 Euro.
  • Extravagant ist auch eine Diamant-Bestattung. Dabei wird aus der Asche des Verstorbenen ein Diamant nach Wunsch gepresst. Ein Karat kostet 13 328 Euro.
  • So mancher Fußball-Fan schielt indes ein bisserl neidisch gen Norden. In Hamburg gibt’s nämlich den allerersten Fan-Friedhof, ein HSV-Areal für Fan-Verbundenheit bis in alle Ewigkeit. Ob das auch bei uns möglich wäre? „Theoretisch schon“, erklärt Herbert Huber von der Friedhofsverwaltung. Bisher sei aber noch kein Verein mit dieser Bitte an die Stadt herangetreten, die Rechts-Konstruktion sei zudem kompliziert. Echte Bayern-Fans haben sich aber schon im Sarg oder einer Urne mit FCB-Emblem bestatten lassen. Das ist auch in München erlaubt...

Claudia Detsch

Die Kosten für eine Bestattung im Überblick

Der Tod ist teuer. Selbst eine anonyme Urnen-Beisetzung kostet in München über 2000 Euro, die durchschnittliche Erdbestattung 4000 Euro und mehr. Nach oben indes gibt’s kaum ein Limit. Denn die Bestattungskosten setzen sich aus vielen Einzel-Leistungen zusammen, die erheblich im Preis variieren können:

Sterben kostet
Urkunden
Leichenschau rund 75 Euro
Sterbeurkunde (Erstausführung) 7 Euro
Stammbucheintrag 7 Euro
Familienbuch-Auszug 8 Euro
Friedhofsverwaltung
Benutzung Leichenhalle 120 Euro
Aufbahrung 74 Euro
Benutzung Trauerhalle ab 79 Euro
Erdbestattung (Durchführung plus Graböffnen und - schließen) 1003 Euro
Feuerbestattung (Verwaltungsleistung, Trauerfeier, Grab öffnen /schließen, Beisetzung, Einäscherung mit Aschekapsel) 848 Euro
Bestatter
Sarg ab 300 bis 9000 Euro
Schmuckurne 80 bis 600 Euro
Kissen, Decken, Polster 60 bis 200 Euro
Sterbebekleidung ab 35 Euro
Einsargung und Transport zum Friedhof rund 270 Euro
provisorisches Grabmal rund 80 Euro
Formalitäten, Verwaltung 30 bis 220 Euro
Todesanzeige (zweispaltig) rund 300 Euro
25 Trauerkarten (ohne Porto) rund 70 Euro
Kirchengebühren 50 Euro
evtl. Trauerredner rund 180 Euro
Musikalische Gestaltung (von CD bis Bläserquartett) 0 bis über 560 Euro
Bewirtung Trauergesellschaft (30 Personen) ab 300 bis 1000 Euro
Grabbenutzungsgebühren
Erdgrab (Kosten für zehn Jahre Mindestnutzung/ 1. Reihe) 690 Euro
Erdgrab (ab 2. Reihe) 350 Euro
Waldgrab ab 1710 Euro
Urnengrab (1. Reihe/ebenfalls für zehn Jahre) 490 Euro
Urnengrab (ab 2. Reihe) 250 Euro
Anonyme Urnenbeisetzung einmalig 450 Euro
Schmuck/Grabpflege
Kranz 80 bis 250 Euro
Blumenschmuck Sarg 70 bis 200 Euro
Daueranpflanzung (Gründecke/ Kosten für zehn Jahre) ab ca. 2000 Euro
Daueranpflanzung mit Blumenschmuck (Kosten für zehn Jahre) ab ca. 3400 Euro
Steinmetz
Grabstein 600 bis 4000 Euro
Inschrift pro Buchstabe rund 20 Euro
Einfassung rund 300 Euro
Aufstellung ab 150 Euro

Quelle: tz

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