30 Unternehmen erhöhen ihre Preise im September und Oktober / Bis 390 Euro Mehrkosten

So teuer wird Gas in Bayern

+
Die Gasversorger in Deutschland lassen ihre Kunden erneut bluten.

Der Ölpreis sinkt weiter, doch die deutschen Gasversorger drehen ungeniert weiter an der Preisschraube.

Preise für Haushaltskunden bei einem Jahresverbrauch von 20 000 kWh und einer Heizleistung von 15 kW. Alle Angaben sind brutto und teilweise gerundet.

Die neue Teuerungswelle beim Gas zum 1. September bzw. 1. Oktober trifft auch massiv die bayerischen Verbraucher. Unter den bundesweit 276 Anbietern, die nach einer Auflistung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox jetzt ihre Preiserhöhungen für den Herbst ankündigten, befinden sich auch 30 bayerische Unternehmen bzw. Stadtwerke (siehe Tabelle).

Besonders hart trifft es die Kunden der Stadtwerke Neumarkt in der Oberpfalz, die zum 1. Oktober 28,3 Prozent mehr verlangen, sowie die von Ergdas Allgäu, wo der Versorger 27,7 Prozent mehr fordert. Auch Erdgas Südbayern, dass in Oberbayern viele Kunden hat und bereits zum 1.Juli den Gaspreis um 11,4 Prozent aufgestockt hat, erhöht zum 1. September um weitere 13,1 Prozent – macht innerhalb von drei Monaten stolze 24,5 Prozent! Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden muss in Bayern somit mit Mehrausgaben bis zu 390 Euro jährlich rechnen.

Die neuen Preiserhöhungen sind nach Ansicht von Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher astronomisch und völlig unbegründet: „Sie spiegeln die unterschiedlichen Kalkulationen und hohen Gewinnerwartungen der Energieunternehmen wider“, sagte Peters zur tz. Schließlich beziehen die drei großen deutschen Versorger E.on, EnBw und RWE ihr Gas fast alle aus den gleichen Quellen. „Die Vergünstigungen beim Gasimport müssen auch beim Verbraucher landen und dürfen nicht in den Taschen der Unternehmen verschwinden.“

Mit einer Kopplung an den Ölpreis könnten Gaspreiserhöhungen ebenfalls nicht mehr begründet werden, sagte Peters. Viele Versorger kauften ihr Gas mittlerweile ohne Ölpreisbindung ein. Zudem sei der Ölpreis laut Peters seit Juni dieses Jahres um rund 40 US-Dollar gefallen. Peters: „In der Konsequenz müssten die Versorger ihre Preise spätestens in sechs Monaten wieder senken. Doch auf das Wunder werden wir wohl vergeblich warten!“

Die SW München warten noch ab

Die Stadtwerke München warten mit der nächsten Preisrunde wohl noch bis zum Jahresbeginn 2009. „Der Preis geht nach oben. Nur wann, steht noch nicht fest“, meinte SWM-Chef Kurt Mühlhäuser jetzt gegenüber dem Münchner Merkur. Erst kürzlich hatte er gegenüber der tz erklärt: „Wir wollen den Preis nicht mehr als unbedingt erforderlich erhöhen.“

Laut Mühlhäuser gehe SWM-Lieferant Bayerngas zudem mit SWM-Unterstützung rechtlich gegen die überhöhten Preise seines Hauptlieferanten E.on Ruhrgas vor: „Das Verfahren und die Ölpreisenticklung warten wir ab.“

Aus SWM-Kreisen erfuhr die tz, dass die Stadtwerke ihre Gaspreise zum Jahresanfang 2009 um mindestens 10 Prozent anheben wollen. Der lokale Konkurrent Montana kündigte bereits zum 1. 1. 2009 eine Preiserhöhung in noch unbekannter Höhe an. Im Gespräch sind ebenfalls über zehn Prozent.

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Junge Frauen lassen sich nachts heimlich bei Kaufland einsperren - und filmen sich
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Spur des Schreckens: Jugendliche ziehen nachts durch Stadt und legen Brände - Feuerwehr verhindert Schlimmeres
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Zwei mal landeten Autos in U-Bahn-Abgang: Jetzt reagiert die Stadt
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung
Bombendrohung gegen Gericht in München: 40 Beamte im Einsatz - Polizei gibt später Entwarnung

Kommentare