So will die Stadt ihre fünf Kliniken retten

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Ein Fall für die Nothilfe - das abgebildete Klinikum Schwabing und die vier anderen Krankenhäuser der Stadt.

München - Aus dem Zehn-Punkte-Programm ist ein 92-seitiger Plan zur lebensrettenden Operation der städtischen Kliniken geworden - so soll es funktionieren.

 Bis Mittwochabend hat der Aufsichtsrat das Konzept von Klinik-Chefin Eli-zabeth Harrison beraten. Mit einer Ablehnung rechnet niemand, den Kliniken droht sonst die Pleite! Nach den neuesten Berechnungen belaufen sich die Miesen allein für das abgelaufene Jahr auf 43 bis 46 Millionen Euro - das entspricht den schlimmsten Befürchtungen, die in den vergangenen Monaten bekannt geworden waren. OB Christian Ude (SPD) hatte den früheren Klinik-Chefs „geschönte Zahlen“ vorgeworfen, die Opposition sieht die Ursache in rot-grüner Parteibuchwirtschaft. So will die Stadt die fünf Häuser retten:

Vor allem eine Infusion muss die Kliniken am Leben halten: Der Stadtrat soll 100 Millionen Euro Eigenkapital aus der Steuer zuschießen. Voraussetzung dafür ist ein sogenannter „Private Investor Test“ - dabei wird geprüft, ob der Rettungsplan auch einen privaten Investor überzeugen würde. Dieser Test verlief positiv. CSU-Mann Michael Kuffer moniert, dass dem Stadtrat bislang jedoch keine Informationen vorgelegt worden seien, um so einen weitreichenden Beschluss zu fassen. Fraglich sei, ob die 100 Millionen überhaupt ausreichen. Zweifel daran hatte Stadtkämmerer und Klinik-Aufsichtsrat Ernst Wolowicz (SPD) geäußert. Ursprünglich sollte der Stadtrat das Geld noch im Januar freigeben.

Mehr einnehmen, weniger ausgeben: Die Klinik will zweitens die Erlöse verbessern. Rund 340 der 7000 Stellen werden bis 2015 nicht mehr besetzt. Schon jetzt laufen Schulungen, damit die Mitarbeiter lernen, den Krankenkassen wirklich alle Leistungen in Rechnung zu stellen - das war tatsächlich eine Schwachstelle! „2012 wird das Jahr der Umsetzung, der Sanierung“, gibt Klinik-Sprecher Matthias Winter als Devise aus.

Rund 266 Millionen Euro kostet die Erweiterung der Klinik Harlaching. Ob der Neubau wie beschlossen kommt, ist offen. Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne) bekräftigt auf Anfrage der CSU: „Bei der Größe der Projekte und in der angespannten wirtschaftlichen Situation müssen alle Projekte auf den Prüfstand.“ Das Revisionsamt durchleuchtet derzeit die Pläne. Insgesamt sollen die städtischen Häuser so heuer noch 38,5 Millionen Euro Miese machen und nach 2015 wieder Gewinne schreiben.

dac

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